Bild: Panasonic
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Eine Doppelobjektiv-Kamera für 3D-Aufnahmen in einem nur 2,4 Zentimeter flachen Gehäuse will der japanische Elektronikhersteller Panasonic im Dezember auf den Markt bringen. Die 193 Gramm leichte Lumix DMC-3D1 mit Touchscreen-Bedienung hat dafür zwei Objektive und Bildsensoren. Jedes Linsensystem bietet eine Weitwinkel-Optik mit vierfachem optischem Zoom (nur 2D), eine Foto-Brennweite von 25 bis 100 Millimetern (auf Kleinbild-Format umgerechnet) sowie einen optischem Bildstabilisator. Im 3D-Filmbetrieb im Bildformat 16:9 beträgt der Brennweitenbereich laut Datenblatt 33-132 Millimeter.
Normale Fotos schießt die 3D1 mit maximal zwölf, räumliche 3D-Aufnahmen in acht Megapixel. 2D wie auch 3D-Videos im AVCHD- oder MP4-Format lassen sich mit 1.920 x 1.080 Pixeln aufnehmen. Für 3D-Videos nutzt die Kamera das so genannte „Side-by-side“-Verfahren. Praktisch: Während die Lumix filmt, kann sie parallel dazu auch fotografieren. Und sie bietet eine interessante Zusatzfunktion für die Doppel-Optik: Im 2D-Fotobetrieb kann man die beiden Objektive auf unterschiedliche Brennweiten einstellen und so eine fotografierte Person mit einem Auslösen in zwei verschiedenen Bildausschnitten aufnehmen – also etwa im Portrait und in einer totalen Einstellung.
Für die Wiedergabe von 3D-Fotos und -Filmen steckt man die SD-Speicherkarte in den Kartenleser eines 3D-fähigen Flachbildfernsehers, oder man verbindet die Kamera direkt per USB-Kabel mit dem Flat-TV. Die im 3D-Format „MPO” aufgenommenen Fotos sollten auf allen 3D-Fernsehern darstellbar sein, die Karteneinschübe oder USB-Anschlüsse haben und das MPO-Bildformat unterstützen – 3D-fähige Viera-TV-Modelle von Panasonic sind dazu laut Hersteller imstande. Die Side-by-Side-Videos lassen sich auch per HDMI-Verbindung von externen Videozuspielern auf jeden 3D-Fernseher schicken. Um die 3D-Inhalte räumlich wahrzunehmen, sind neben dem Flat-TV natürlich auch die zugehörigen 3D-Brillen notwendig.
Panasonic setzt für die Doppelobjektiv-Technik pro Objektiv insgesamt elf Linsen in fünf Gruppen ein. Um die Optiken im flachen Gehäuse unterzubringen, haben die Objektive abgewinkelte Strahlengänge; das Licht wird also hinter der Frontlinse zur Seite umgelenkt, die Bildsensoren sitzen quer im Gehäuse. Bei allen Aufnahmen steht der optische Bildstabilisator zur Verfügung, für Nahaufnahmen bieten die Objektive einen Makro-Modus. Die Bildanzeige und alle Menü- und Bildsteuerungen übernimmt ein 8,9 Zentimeter großer LCD-Touchscreen mit 460.000 Pixeln, Antireflex-Beschichtung und automatischer Helligkeitsregelung.
Für bestmögliche Bildqualität sollen zwei hoch empfindliche MOS-Sensoren und der so genannte Venus Engine-Bildprozessor von Panasonic sorgen. Eine Rauschunterdrückung sowie Bildmodi wie „Freie Hand“ für verwackelungsfreie Bilder und eine Rote-Augen-Korrektur sind ebenfalls an Bord.
Die Lumix DMC-3D1 soll in Deutschland Mitte Dezember auf den Markt kommen und dann knapp 500 Euro kosten. Vergleichbare Kameras sind bislang noch Mangelware. Es gibt neben der Lumix nur noch ein günstigeres Modell namens Fujifilm Finepix Read 3D W3 mit einfacherer Optik, dreifach-Zoom und 720p-Videoaufnahme sowie diverse 3D-Camcordermodelle mit Fotofunktion. Einige Kameras wie etwa die Panasonic DMC-TZ 22 (400 Euro) oder aktuelle Sony-Modelle der WX und TX-Serie sind außerdem in der Lage, Landschaften in 3D abzubilden, indem man mehrere Aufnahmen nacheinander schießt und währenddessen die Kamera horizontal über das Motiv schwenkt. Die Elektronik errechnet aus den verschiedenen Aufnahmen dann ein dreidimensionales Bild. Mit bewegten Motiven klappt dieser Trick natürlich nicht.
DIGITAL-ROOM meint: Na, das ist doch mal ein Spaß – ein Knopfdruck auf den Auslöser, und schon hat man zwei Fotos mit unterschiedlichen Ausschnitten im Kasten. Auch die Tatsache, parallel filmen und fotografieren zu können, verspricht Abwechslung. Panasonic hat offenbar erkannt, dass Aufnahmen mit Raumeffekt allein für Hobbyfotografen und -Filmer nicht der Weisheit letzter Schluss sind – zu gering ist bislang die Verbreitung von 3D-Fernsehern und -Brillen. Die Mehrfach-Nutzung der Doppeloptik für Parallel-Aufnahmen von zwei Fotos oder gleichzeitiges Knipsen und Filmen erschließt nette Zusatzanwendungen. Bleibt zu hoffen, dass jedes Objektiv der Doppeloptik ähnlich gute Bilder aufnimmt wie die Linsensysteme hochwertiger Kameras mit nur einem Auge.
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