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(0) 10.09.2011

3D-Projektoren bald in allen Preisklassen

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Die heimlichen Stars der IFA: Nach den 3D-TVs treten jetzt die Beamer ins Rampenlicht. Der dreidimensionale Heimkino-Spaß beginnt bei 1200 Euro.Der 3D-Projektor Panasonic PT-AT5000E für 3200 Euro arbeitet mit Shutter-BrillenBild: Panasonic/DR

Gleich fünf 3D-taugliche Heimkino-Projektoren bringt Epson im Oktober und November auf den Markt. Acer hat ein Modell für Oktober angekündigt und Panasonic startet Ende September in die dritte Dimension – mit seinem neuen Flaggschiff PT-AT5000E (Bild oben). Bereits lieferbar: Der Sharp XV-Z17000 für knapp 4000 Euro. Allen gemein ist die Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln – und volle Kompatibilität mit Blu-ray-Playern. Ihr HDMI-Eingang entspricht dem aktuellen Stand der Technik (Version 1.4). Damit unterscheiden sich die Beamer dieses heißen Heimkino-Herbstes von vielen älteren „3D-ready”-Modellen mit geringerer Auflösung, die dreidimensionale Bilder nur vom PC akzeptieren.

Während Sharp und Acer beim H9500BD für 2500 Euro auf die weit verbreitete Mikrospiegel-Technik DLP (Digital Light Processing) setzten, sind Epson und Panasonic ihrer LCD-Technik treu geblieben: Die Beamer beider Hersteller nutzen Flüssigkristall-Panels, die wie ein Dia vom Licht der Lampe durchleuchtet werden. Die 3D-Perspektiven für rechtes und linkes Auge erscheinen wie gewohnt in schnellem Wechsel auf der Leinwand. Eine sogenannte Shutter-Brille öffnet und schließt im selben Rhythmus abwechselnd ihre Gläser, so dass jedes Auge nur den Blickwinkel zu sehen bekommt, der für den räumlichen Eindruck nötig ist.

Gegenüber bisherigen 3D-Systemen mit Shutterbrille haben beide Hersteller die Zahl der Bildwechsel erhöht. Statt 120 oder 240 mal pro Sekunde öffnet und schließt der Brillenverschluss nun mit 480 Hertz. Das wird Gamer freuen, da sich die kürzere Öffnungszeit positiv auf die Wiedergabe schneller Bewegungen auswirken dürfte. Laut Epson verkürzt die 480-Hz-Technik außerdem die Dunkelphase beim Umschalten zwischen links und rechts, was zu helleren 3D-Bildern führen soll. Eine prinzipielle Schwäche des Shutter-Verfahrens wäre damit gemildert: Die aktiven Verschlussbrillen schlucken mehr Licht als eine Projektion mit polarisiertem Licht, wie sie in den meisten Kinos zum Einsatz kommt. Die ist dafür technisch aufwändiger und verlangt nach einer speziellen Silberleinwand. Sonst geht die Polarisation des Lichtes verloren und der Zuschauer sieht durch seine Polfilter-Brille nur ein verschwommenes Bild mit Doppelkonturen.

Bei Epson beginnt das dreidimensionale Heimkino-Vergnügen ab einem Listenpreis von 1.149 Euro. Soviel kostet das Einstiegsmodell EH-TW5900 – allerdings ohne Shutter-Brille. Die gehört nicht zum Lieferumfang und muss extra gekauft werden. Vermutlich wird der Beamer aber mit allen Brillen funktionieren, die dem neuen herstellerübergreifenden Standard entsprechen (siehe Zusatz-Info unten auf dieser Seite). Den nächstgrößeren Modellen EH-TW6000: (1499 Euro) und EH-TW6000W (1799 Euro) legt Epson eine Brille bei. Beim EH-TW9000 (2871 Euro) und EH-TW9000W (3202 Euro) sind es sogar zwei.

Die Modelle mit einem „W” in der Typenbezeichnung warten mit einer Besonderheit auf: Dank WirelessHD-Empfänger sollen sie kein HDMI-Kabel mehr benötigen, was die Installation unter der Decke erleichtert. Der nötige Sender, der mit dem Surround-Receiver oder dem Blu-ray-Player Verbunden wird, liegt den Geräten bei. Panasonic hat schon früher mit WirelessHD experimentiert und die Funkverbindung anno 2009 in seinen Plasma-Fernseher TX-P54Z1E integriert. Im neuen 3D-Beamer PT-AT5000E (3200 Euro) fehlt sie jedoch. Stattdessen bringt der Projektor 3 HDMI-Buchsen, PC- und Komponenteneingänge sowie einen 12-Volt-Anschluss zur Fernsteuerung von Leinwand von anderen Automatikfunktionen mit. Die Erwartungen an die Bildqualität sind hoch, da Panasonic es bislang noch immer geschafft hat, die Leistungen der bereits guten Vorgänger nochmals zu übertreffen. Erste Eindrücke auf der IFA waren vielversprechend.

DIGITAL-ROOM meint: Alle Welt redet von 3D-Fernsehern. Dabei wird gerne vergessen, dass Beamer mit dreidimensionaler Projektion jedem noch so guten LCD-TV oder Plasma die Schau stehlen. Das bislang verfügbare 3D-Programm besteht vor allem aus Kinoproduktionen. Warum also Blockbuster wie „Avatar”, „Tron – Legacy”, „Captain America” oder „Die drei Musketiere” nicht gleich richtig genießen? Für den perfekten 3D-Abend setzt man dann auch gerne mal die Brille auf – das ist im Kino schließlich auch nicht anders.

Autor: 
Frank-Oliver Grün
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