Bild: Polaroid
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Ist das nun eine Digitalkamera oder ein Android-Smartphone? Der Hersteller Polaroid hat auf der Branchenschau CES in Las Vegas mit der SC1630 Smart Camera ein Zwitter-Modell vorgestellt, das fotografieren und filmen kann, sich dabei aber wie ein Smartphone über einen 3,2 Zoll (8,1 Zentimeter) großen Touchscreen bedienen lässt. Zum Einsatz kommt dabei das Betriebssystem Android. Zur Version schwieg sich der Sofortbildkamera-Hersteller zunächst ebenso aus wie zur Frage, ob sich das Gerät zum Telefonieren eignet. Medienberichten zufolge hatte Polaroid die SC1630 zunächst auch als klassisches Smartphone geplant, sich am Ende aber gegen die Handy-Funktion entschieden.
Sicher ist, dass die Knipse ein dreifaches optisches Zoom mit einer Kleinbild-äquivalenten Brennweite von 36 bis 108 Millimetern besitzt. Fotos lassen sich mit maximal 16 Megapixeln schießen, bewegte Aufnahmen mit einer Auflösung von bis zu 720p aufnehmen – wahlweise auf den internen 512 Megabyte großen Speicher oder auf optional erhältliche MicroSD-Karten (maximal 32 Gigabyte). Die SC1630 erkennt Gesichter automatisch und hat eine Smile-Funktion – ein Lächeln genügt also, und schon löst die Kamera von alleine aus. Zusätzlich hat sie 18 Szene-Modi, die für unterschiedliche Belichtungen und Umgebungen gedacht sind.
Neben einem klassischen Tasten-Auslöser an der Gehäuseoberseite kann die Bedienung auch über den kapazitiven Bildschirm mit 800 mal 400 Pixeln Auflösung erfolgen. Zusätzlich verfügt das mit 1,85 Zentimetern doppelt so dicke Gerät wie das Apple iPhone über einen eingebauten Xenon-Blitz, Bluetooth, WLAN und einen USB-Anschluss. Zur Laufzeit des 1020 mAh starken Akkus machte Polaroid keine näheren Angaben.
Für die Nachbearbeitung von Fotos und kleine Schnittarbeiten von Clips hält der Android-Market mit rund 400.000 kostenpflichtigen und Gratis-Apps die passenden Programme parat. Außerdem speichert die Smart Camera die geografischen Koordinaten einer Aufnahme, also Längen- und Breitengrad, mit in die Datei ab. Programme wie Google-Maps können diese Informationen auswerten und das Bild später auf einer Landkarte genau dort darstellen, wo es in der Realität fotografiert wurde. So lässt sich auch Jahre nach einer Urlaubsreise der Aufnahmeort ganz einfach rekonstruieren. Mit weiteren Programmen aus dem Android Market lässt sich die Funktion der Kamera ausbauen. Fotos aus dem Speicher der Kamera kann man etwa mittels App direkt auf Facebook, Picasa oder andere Webdienste hochladen sowie per E-Mail versenden. Voraussetzung für Online-Einsätze ist allerdings die Verbindung zu einem WLAN-Funknetz, da das Gerät ja keine Mobilfunk-Modul unterstützt. Die SC1630 soll im April in den USA für 299 US-Dollar (rund 235 Euro) in den Handel kommen. Ein Termin für die Markteinführung in Deutschland steht noch nicht fest.
DIGITAL-ROOM meint: Smartphones sind der Renner und ständige Begleiter im Alltag. Da erscheint es nur logisch, ihren Style und ihre Funktionalität auch Digitalkameras zu spendieren – oder anders herum, ein solches Smart-Device mit einer guten Kamerafunktion auszustatten. Ein Mobilfunk-Modul wäre das Tüpfelchen auf dem i – weniger zum Telefonieren als um Fotos überall und jederzeit von der Kamera aus direkt verschicken zu können. Gut möglich, dass das Beispiel Schule macht. Kameras mit WLAN, Bluetooth und anderen Netzwerkfunktionen haben etwa Samsung und Sony schon heute im Programm. Doch ihre Bedienung und Funktionen wirken im Vergleich zu Touchscreen-Geräten à la iPad oder Android-Smartphones recht spröde. Warum sollten nicht auch etablierte Kamerahersteller die Vorzüge eines App-basierten Betriebssystems in ihren Kameras nutzen?
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