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Online-Buchhändler Amazon verkauft nach eigenen Angaben mehr E-Books als gedruckte Ausgaben. Vor allem in den USA ist der E-Reader „Kindle” ein Erfolg. Deutsche Leser mussten bislang mit Importgeräten vorliebnehmen, die eine englische Benutzerführung besaßen. Doch die vierte Kindle-Generation ändert das nun: Amazon hat ein Modell mit deutschem Menü vorgestellt.
Es hört auf den schlichten Namen „Kindle” und wurde gegenüber früheren Versionen leicht abgespeckt. So reicht die Akkuladung laut Hersteller nur noch für einen Monat Lesebetrieb statt wie bisher für zwei, der Speicher schrumpfte um die Hälfte auf 2 Gigabyte. Das Betriebssystem lässt davon 1,25 GB übrig – genug für bis zu 1400 Bücher, verspricht Amazon. Selbst ausgewiesene Leseratten dürften mit dem Gerät also nicht so schnell an Grenzen stoßen.
Geschrumpft ist mit 170 Gramm auch das Gewicht – und der Preis: Amazon verlangt für den kleinen E-Reader moderate 99 Euro. Der weiterhin lieferbare Vorgänger mit Tastatur – jetzt „Kindle Keyboard” genannt –, ist zwanzig Euro teurer und hat ein englisches Menü. Dafür gibt es das Keyboard-Modell in einer 3G-Variante (159 Euro), die weltweit Zugriff auf den Online-Buchladen von Amazon erlaubt. Der Einsteiger-Kindle kann nur per WLAN einkaufen.
Dank „Whispersync” synchronisiert sich das Gerät übers Internet mit anderen Amazon-Readern im Haushalt, die dasselbe Kundenkonto benutzen – auch mit iPhone, iPad oder Android-Geräten, auf denen eine Kindle-App läuft. Die beteiligten Geräte merken sich so die zuletzt aufgerufene Seite. Eine Lektüre kann abwechselnd auf verschiedenen Readern geöffnet werden, ohne den roten Faden zu verlieren. Von jedem gekauften Buch speichert Amazon außerdem ein Backup in seiner Cloud. Versehentlich gelöschte Titel gehen damit nicht verloren, sie lassen sich kostenlos noch einmal herunterladen.
Bleiben die üblichen Einschränkungen des Digitalen Rechtemanagements (DRM): Die meisten E-Book-Ausgaben im Kindle-Shop sind DRM-geschützt. Das heißt, sie lassen sich nur mit Apps und Geräten lesen, die mit einem Amazon-Konto verknüpft sind. Umgekehrt öffnet der Kindle keine elektronische Bücher aus anderen Online-Shops, die mit dem DRM von Apple oder Adobe geschützt sind.
DIGITAL-ROOM meint: Amazon will es wissen: Mit dem unlängst vorgestellten „Fire”, einem Farb-Tablet für 199 US-Dollar, und dem neuen Einsteiger-Kindle nimmt das Unternehmen Apple aufs Korn. Zuletzt kauften viele Kunden lieber iPads als E-Book-Reader. Für 99 Euro könnte sich das Blatt wenden. Denn zum Bücherlesen im Bett oder am Strand ist der 170 Gramm leichte Kindle mit E-Ink-Display weit besser geeignet als ein spiegelndes, 600 Gramm schweres iPad.
Endlich: Amazon liefert deutschsprachige Bücher für seine Kindle-Reader – und die Lesergeräte sind nun auch im deutschen Shop erhältlich.
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Das Amazon-E-Book kann mehr als Bücher anzeigen. Mit seinem drahtlosen Empfang der Tageszeitung nimmt es Funktionen des Apple iPad schon vorweg.
Ab Anfang 2011 soll es mehr deutschsprachige E-Books beim Online-Buchhändler geben. Der Vater der „Kindle”-Reader startet einen neuen Anlauf.
Sony will das Lesen revolutionieren – mit seinem digitalen Buch PRS-505. Wie gut ist der E-Book-Reader in der Praxis?