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Ein Android-Smartphone ist von Hause aus gut ans Internet angebunden. Dafür sorgt schon das Google-Betriebssystem. Direkte Zugriffe via Computer, wie sie Nokia mit seiner PC-Suite erlaubt oder Apple zumindest teilweise über iTunes gestattet, sind eigentlich nicht vorgesehen. Die kostenlose App „AirDroid” aus dem Android Market soll genau das ermöglichen: Sie verbindet ein Android-Gerät drahtlos mit dem Computer. So lassen sich SMS-Nachrichten am Computer schreiben, Klingeltöne bearbeiten, Adressbucheinträge pflegen und Foto- oder Musikdateien zwischen den Geräten hin und her kopieren. Künftig soll der Transfer auch mit Videos und Büchern möglich sein. Die entsprechende Funktion wird in der aktuellen Ausgabe der App aber noch nicht unterstützt. Das Programm trägt die Versionsnummer 1.0.4 und befindet sich im Entwicklungsstadium (Beta).
Die Verbindung läuft drahtlos über den normalen Internet-Browser am PC, Mac oder einem anderen Rechner und wird per WLAN hergestellt. Weil AirDroid dazu bislang nur das unverschlüsselte HTTP-Protokoll benutzt, sollte man den Datenaustausch tunlichst nicht an öffentlichen Hotspots vornehmen, sondern nur zu Hause im abgesicherten Funknetz. Die App zeigt nach der Installation beim Start eine Internet-Adresse und ein Passwort an, über die man sich am Computer auf dem Android-Gerät einwählt. Das Passwort wird jedes Mal neu vergeben, lässt sich in den App-Einstellungen aber auch selbst bestimmen und dauerhaft festlegen. Laut Anbieter läuft das kleine Programm auf Android-Versionen ab Version 2.1, die jüngste Ausgabe, Android 4.0 wird allerdings noch nicht voll unterstützt. Mit einem Samsung Galaxy S2 (Android 2.3.3) arbeitet AirDroid nach den Erfahrungen von DIGITAL-ROOM problemlos.
Nach erfolgreicher Verbindung erscheint eine Art Android-Desktop im Browser-Fenster am Computer. Hier lassen sich Dateien für die Übertragung auswählen und die verschiedenen Handy-Bereiche wie „Contacts”, „Ringtones”, „Music” oder „Files” öffnen. Die Menü-Oberfläche ist nicht auf Deutsch übersetzt, wegen selbsterklärender Symbole aber trotzdem gut verständlich. Über das Symbol „Market” lassen sich Apps aus dem Google-Downloadshop installieren. Wenn in den System-Einstellungen des Android-Geräts der Haken bei „Unbekannte Quellen” gesetzt ist, sogar Programme aus anderen, nicht offiziellen Quellen – mit allen verbundenen Sicherheitsrisiken versteht sich.
DIGITAL-ROOM meint: Ganz neu ist die Idee nicht. Es gibt im Android Market schon mehrere Apps, die eine Verbindung mit dem heimischen PC herstellen. Allerdings ist kaum eine so elegant und grafisch ansprechend wie AirDroid. Vertrauen in die Seriosität der Entwickler setzt die Verwendung solcher Apps trotzdem voraus. Der Android-Nutzer muss dem Programm weitreichende Zugriffsrechte auf sein Adressbuch, SMS-Nachrichten und andere Informationen des Telefons einräumen, damit es seine Funktionen erfüllen kann. Immerhin: AirDroid scheint sich auf das Notwendige zu beschränken und liest nicht auch noch vertrauliche Protokolldateien (logcat) aus wie andere Software-Lösungen.
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