Bild: Samsung
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Seit Anfang Dezember läuft die Produktion eines neuen Display-Typs bei Samsung. Der Flüssigkristall-Schirm mit speziellen Berührungssensoren ist für Tischplatten mit Touchscreen-Funktion gedacht. Erstes Produkt mit dem neuartigen LCD-Panel ist das Möbel SUR40 (Abbildung oben), das laut Samsung Anfang 2012 auf den Markt kommen wird. Ein Prototyp war bereits auf der CES vor einem Jahr in Las Vegas zu sehen und sollte Mitte 2011 serienreif sein. Bis zur Massenfertigung hat es nun aber doch etwas länger gedauert.
Das Display arbeitet mit der von Microsoft entwickelten „Pixel Sense”-Technologie. Samsung nennt das Verfahren „Optical Sensor in Pixel”, was auch gleichzeitig die Funktion beschreibt: Jeder Bildpunkt enthält neben den üblichen Farb-Pixeln für Rot, Grün und Blau einen kleinen Infrarot-Sensor. Die Hintergrundbeleuchtung des Displays strahlt neben sichtbarem Licht unsichtbare Infrarotwellen ab, die von Objekten auf der Oberfläche reflektiert und von den Sensoren im Panel empfangen werden. So lassen sich sehr präzise Positionsbestimmungen machen und Finger auf dem Bildschirm pixelgenau erkennen. Die Multi-Touch-Fähigkeit reicht dabei über die bisherigen kapazitiven Displays am iPad und anderen Tablets weit hinaus. Bis zu 50 Berührungspunkte soll der Bildschirm gleichzeitig unterscheiden können.
Die Infrarot-Technik vermag aber noch mehr: Laut Samsung reagiert sie auf abgelegte Gegenstände oder kann sogar die Augenzahl eines Würfels ermitteln, was eine völlig neue Art von digitalen Spieltischen ermöglicht. Außerdem soll sie QR-Codes lesen (siehe Zusatz-Info unten auf dieser Seite). Artikel in Zeitschriften oder Werbeanzeigen mit QR-Code könnten sich so direkt erfasst und ausgewertet werden, ohne ein Smartphone mit Kamera zu Hilfe nehmen zu müssen.
Die Datenverarbeitung erledigt ein Windows-PC in der zehn Zentimeter dicken Tischplatte. Die Bildschirmdiagonale beim SUR40 beträgt 40 Zoll (101,6 cm) und ist deutlich größer als beim ersten Gerät dieser Art, dem Microsoft Surface von 2008. Der Vorgänger hatte nur 30 Zoll Diagonale (76,2 cm) und arbeitete mit einer anderen Technologie. Statt Pixel-Sensoren gab es im Gerät verbaute Kameras, die Infrarot-Reflexionen aufzeichneten. Das machte die Konstruktion aufwendig und teuer: Der Ur-Surface kostete 11.000 Euro und war folglich nur an wenigen öffentlichen Orten zu finden. In Deutschland setzten unter anderem Audi und Smart, die Deutsche Bank, der Hausgeräte-Hersteller Neff und Netzbetreiber O2 den interaktiven Tisch in ihren Läden, beim Kundenservice und in der Schulung von Mitarbeitern ein.
Die Neuauflage des Konzepts, von Microsoft „Surface 2.0” genannt, soll nicht nur Qualitativ besser werden – das Samsung-Panel hat statt 1024 x 769 Pixeln volle HD-Auflösung mit 1920 x 1080 Bildpunkten –, sondern auch preiswerter. Ein endgültiger Verkaufspreis ist noch nicht bekannt. Bei der ersten Präsentation vor einem Jahr war jedoch von einem Preis um 8500 US-Dollar die Rede.
DIGITAL-ROOM meint: Auch die zweite Generation des Microsoft Surface ist zu teuer für den privaten Einsatz. Ein Tablet auf dem Couchtisch kostet weniger und erfüllt (beinahe) denselben Zweck. Aber digitale Tischplatten mit Touchscreen werden irgendwann so selbstverständlich sein wie ein Flat-TV im Wohnzimmer. Der SUR40 von Samsung ist ein weiterer Schritt in diese Richtung.
Er verweist auf Internet-Links, speichert Kontaktdaten oder ganze Texte: Der QR-Code entwickeln sich zum universellen Wegweiser im mobilen Internet.
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