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(3) 07.03.2011

Blu-ray-Player bringen das Internet auf den TV

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Neue Blu-ray-Player von Samsung und Panasonic bringen Online-Dienste wie Skype, Facebook oder YouTube auch auf ältere TV-Geräte. Internet-TV zum Nachrüsten: BD-Player von Samsung und Panasonic machen's möglich.Bild: Panasonic, Samsung, DR

Blu-ray-Player besitzen spätestens seit der Einführung von BD-Live-Bonusinhalten stets einen Netzwerk-Anschluss. Einige Hersteller verwenden den auch für Internet-Anwendungen wie YouTube oder Google Picasa, die sich über den Player aufrufen lassen. Und langsam aber sicher werden die neuesten Wiedergabegeräte zu echten Netzwerken, die fast dieselben Online-Funktionen bieten, wie sie TV-Hersteller auch in ihre hochwertigen Fernseher einbauen.

So haben die neuen Blu-ray-Scheibendreher von Samsung ab April 2011 ebenfalls ein gemeinsames Hauptmenü, über das sich sich diverse Onlinefunktionen, DLNA-Datenabruf und die Blu-ray-Wiedergabe nebeneinander nutzen lassen – das so genannte Smart-Hub. Wie bei den neuesten TV-Geräten kann der Benutzer hier auch lokale und Online-Inhalte in einer gemeinsamen Suchfunktion nach Stichworten durchforsten. Allenfalls der in den Samsung-TVs der Oberklasse integrierte Webbrowser mit Flash-Anzeige wird den neuen Blu-ray-Playern, -Recordern und -Anlagen fehlen. In den Komplettanlagen mit Blu-ray-Laufwerk von Samsung soll dafür zusätzlich zu den TV-Onlinefunktionen ein vTuner-Webradioprogramm integriert sein. DLNA-Datenabruf soll in allen Modellen funktionieren, die Recorder des Jahrgangs 2011 sollen sich auch DLNA-Server mit HD-Streaming einsetzen lassen. TV-Geräte lassen sich zusätzlich mit einer Webcam für die Videotelefonie über den Onlinedienst Skype aufrüsten. Das klappt bei neuen Blu-ray-Playern wie dem BD-D 7000 für 300 Euro, dem BD-D 7509 für 350 Euro und dem BD-D 6900 für 300 Euro nicht.

Mit Skype-Videotelefonie wirbt dagegen Panasonic für seine neuen Blu-ray-Player. Nicht das 2D-Einstiegsmodell DMP-BD 75 (150 Euro), dafür aber die 3D-Player DMP-BDT 310 (300 Euro) und DMP-BD 110/111 (200 Euro) bringen eine Player-Version des Onlineportals VieraCast mit. Darüber sind neben Videoangeboten wie dem von BILD.de und Tagesschau.de auch YouTube, die Online-Videothek Acetrax und der Google-Bilderdienst Picasa auf dem Fernsehschirm erreichbar. Und mit einer zusätzlichen USB-Kamera wird der Blu-ray-Player via VieraCast zum Skype-Videotelefon.

Auf der CES in Las Vegas hatte auch Sony für dieses Jahr Blu-ray-Player mit Skype-Funktion angekündigt. Ob die aber auch in dieser Form hierzulande auf den Markt kommen, ist nicht sicher. Fest steht aber, dass die neuen Sony-Geräte ebenfalls in nächster Zeit vorgestellt werden.

DIGITAL-ROOM meint: Neue Flat-TVs der Topklasse haben alle Tunervarianten eingebaut und bieten die neuesten Online-Gimmicks. Das war letztes Jahr so, ist dieses Jahr nicht anders, und im nächsten Jahr wird es wieder neue Features in TV-Geräten geben. Doch wer kauft schon jedes Jahr einen neuen Flat-TV? Das ist die Chance der Zuspieler: Ihr geringerer Kaufpreis ist im Zweifelsfall gut angelegt, wenn das Gerät damit älteren TVs mit Netzwerk-Funktionen auf die Sprünge hilft. Allerdings kann ein Blu-ray-Player naturgemäß nicht alle Features eines Hybrid-TV bieten. Sobald es etwa an Tuner-Funktionen wie einen internet-gestützten elektronischen Programmguide oder interaktives Fernsehen à la HbbTV geht, müssen die Scheibendreher passen.

Autor: 
Reinhard Otter
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