Bild: Commodore
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Er gilt als einer der meistverkauften Heim-PCs aller Zeiten – und Wegbereiter der modernen Computer-Industrie: Tausende von Informatikern haben in den 1980er-Jahren klein angefangen, auf einem Commodore C64. Der braungraue Rechner im Brotkasten-Design fesselte mit Spielen und selbst programmierten „Basic”-Anwendungen eine ganze Teenager-Generation an den Bildschirm.
Nun kehrt der Kult-Computer zurück. 17 Jahre nach Konkurs des Commodore-Konzerns in den USA will der Unternehmer und Technik-Experte Barry S. Altman die Marke wiederbeleben. Sein Unternehmen Commodore USA LLC hat sich im vergangenen Jahr die weltweiten Namensrechte gesichert. Ziel ist es, auch andere Commodore-Klassiker wie die VIC-Serie oder den Amiga neu aufzulegen. Den Anfang macht jedoch der C64, seinerzeit auch „Volks-Computer” genannt.
Äußerlich fast unverändert, ist der Rechner im Innern nicht wiederzuerkennen. Als Prozessor dient nun ein Atom-Prozessor von Intel mit 1,8 Gigahertz Taktfrequenz. Statt 64 Kilobyte Arbeitsspeicher bringt der neue „C64x” zwei volle Gigabyte auf die Platine, erweiterbar auf 4 GB. Rechts am Gehäuse, dort wo früher die Anschlüsse für Maus und Joystick saßen, befindet sich jetzt ein Multiformat-Kartenleser und eine USB-Buchse. Vier weitere USB-Anschlüsse liegen auf der Rückseite, und der Antennenanschluss musste einer modernen HDMI-Schnittstelle (Version 1.3) weichen.
Je nach Ausführung sitzt auf der linken Gehäuseseite ein DVD- oder Blu-ray-Laufwerk, ja sogar eine Festplatte bekam der ehemals massenspeicherlose C64 verpasst. Sie fasst beim Einsteigermodell C64x Basic 160 Gigabyte und steigert sich bis zum C64x Ultimate auf 1 Terabyte (1000 GB). Drei der vier Versionen haben außerdem WLAN (802.11 b/g/n) und Bluetooth an Bord. Für Bastler bietet Commodore zusätzlich ein Gehäuse namens C64x Barebone an, das nur wenig mehr als die braune Tastatur enthält. Die wird übrigens vom Keyboard-Spezialisten Cherry gefertigt und soll sich mit solider Mechanik und satten Klick-Geräuschen noch besser anfühlen als beim Original.
Als Betriebssystem dient – vorerst – die Linux-Distribution Ubuntu. Das hauseigene Betriebssystem Commodore OS 1.0 mit C64-Emulator, das Original-Programme des Ur-Modells laufen lassen kann, ist noch nicht fertig. Es soll Käufern nach Erscheinen zugeschickt werden. Windows Vista und Windows 7 sind laut Hersteller mit dem Retro-PC kompatibel. Alle Modelle können ab sofort auf der Firmen-Webseite in den USA bestellt werden – zu Preisen zwischen 250 Dollar für den nackten Barebone und 895 Dollar für das Ultimate-Modell. Geliefert wird in alle Welt. Laut Commodore ist der C64x mit einem internationalen 12-Volt-Netzeil ausgestattet, das auch am deutschen 230-Volt-Netz funktioniert. Lediglich ein Adapter für die hiesigen Steckdosen sei notwendig, so der Hersteller.
DIGITAL-ROOM meint: Man muss kein Computer-Nostalgiker sein – und auch nicht über 40 Jahre alt –, um die Reinkarnation des C64 cool zu finden. Wer nun gleich die Kreditkarte zückt, um einen C64x zu bestellen, sollte allerdings bedenken, dass Eigenimporte aus den USA ihre Tücken haben können. Computer und Notebooks sind von Zollgebühren befreit, die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent kommt zum Kaufpreis aber in jedem Fall hinzu. Und wenn es Reparaturen oder Reklamationen gibt, ist der Geschäftspartner viele Tausend Kilometer entfernt. Commodore USA plant, in den kommenden Monaten auch Händler in Europa mit der Neuauflage zu beliefern. Es könnte sich daher lohnen zu warten. Die letzten Original-64er wurden 1994 produziert – da kommt es auf ein paar Monate mehr oder weniger nun auch nicht mehr an.
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