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Lange Zeit galt Dropbox mit seinem gleichnamigen Online-Speicher als Maßstab für einfache Datensynchronisation übers Internet. Kein anderer Cloud-Dienst machte den Austausch von Dateien und Ordnern über mehrere Rechner, Smartphones und Tablets so einfach wie der mehrfache Testsieger (siehe auch unser Video „Online-Speicher im Vergleich” weiter unten auf dieser Seite).
Doch nun hat die Konkurrenz nachgelegt: Fast zeitgleich starteten mit Google Drive und Microsoft Sky Drive zwei vielversprechende Herausforderer. Der Microsoft-Dienst ist dabei gar nicht so neu. Den Online-Speicher Sky Drive, ehemals ein Bestandteil des Synchronisationsdienstes Live Mesh (siehe Video), gibt es schon länger. Allerdings hat Microsoft die Art und Weise, wie er verwendet wird, deutlich verbessert: Musste sich der Nutzer früher durch diverse Webseiten und Statusmeldungen hangeln, wird nun im Stil von Dropbox einfach ein Ordner auf dem Computer angelegt. Alles was darin landet, synchronisiert Sky Drive automatisch mit dem Online-Speicher im Internet – und mit Sky Drive-Ordnern auf anderen Geräten, die über dasselbe Konto angemeldet sind. Bei diesem Konto handelt es sich um einen „Windows Live”-Account, wie er auch für Hotmail, den Messenger, Office Web Apps und andere Microsoft-Dienste benötigt wird.
Zur Installation des Sky-Drive-Ordners gibt es so genannte Apps, die für Windows (ab Vista) und OS X (ab 10.7, Lion) erhältlich sind. Außerdem unterstützt Microsoft das iPhone und das iPad sowie das hauseigene Handy-Betriebssystem Windows Phone 7. Jedem Nutzer stehen 7 Gigabyte kostenloser Speicher zur Verfügung. Wer schon länger dabei ist und vor der Umstellung am 22. April 2012 sein Sky Drive in Benutzung hatte, kann nach der Anmeldung die ursprünglichen 25 GB Gratis-Speicher wieder herstellen – allerdings „zeitlich befristet”, wie ein Hinweis vermerkt. Wie lange diese kostenlose Upgrade gilt, bleibt offen.
In jedem Fall lässt sich kostenpflichtig weiterer Speicher dazubuchen: 20 GB kosten 8 Euro jährlich, 50 GB gibt es für 19 Euro und 100 GB für 37 Euro im Jahr. Damit ist Sky Drive der günstigste der drei großen Synchronisationsdienste: Dropbox verlangt für 100 Gigabyte Speichererweiterung 199 US-Dollar im Jahr (derzeit etwa 150 Euro), Google immerhin knapp 60 Dollar (45 Euro) jährlich.
Microsoft und Google sind gegenüber Dropbox auch im Vorteil, wenn es um das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten geht. Office Web Apps und Google Docs arbeiten direkt mit den Online-Speichern zusammen. Das heißt: Texte, Tabellen oder Präsentationen lassen sich im Browser erstellen, ändern und für andere Nutzer freigeben, wobei das Dokument gleichzeitig wie eine normale Datei im Drive-Ordner auf dem Computer erscheint.
Einen Unterschied gibt es allerdings: Während Microsoft echte, physikalische Dateien in in den Drive-Ordner packt, setzt Google mit den gdoc-Dokumenten lediglich einen Link zum Original auf seinem Server. Das heißt: Word- oder Excel-Dateien im Sky Drive lassen sich auch offline mit den enstprechenden Programmen bearbeiten und werden synchronisiert, sobald wieder Kontakt zum Internet besteht. Sky Drive legt dabei eine Kopie des Originaldokuments mit den Änderungen an – zu erkennen an der Bezeichnung des bearbeitenden Rechners im Dateinamen. Google-Docs benötigen wie eh und je eine Online-Verbindung. Dafür existiert nur eine Version des Dokuments, egal wie viele Menschen daran arbeiten.
Aber natürlich lassen sich auch physikalische Word-Dateien oder beliebige andere Dokumente über Google Drive verteilen – auf Windows- und Mac-Rechner, iPhone, iPad und natürlich auf Android-Geräte. 5 Gigabyte stehen im kostenlosen Basis-Account dafür zur Verfügung – deutlich mehr als in der Gratis-Version von Dropbox (2 GB), die der Nutzer mit erfolgreichen Empfehlungen an Freunde und Bekannte jedoch in 500-MB-Schritten bis auf 16 GB erweitern kann.
DIGITAL-ROOM meint: Konkurrenz belebt das Geschäft, und Dropbox kann sich nicht länger auf seinen verdienten Lorbeeren ausruhen. Vor allem Sky Drive von Microsoft steht im Augenblick sehr gut da – mit 7 GB Gratis-Speicher und günstigen Erweiterungspaketen. Wer nicht gerade ein Android-Handy oder einen Blackberry benutzt, kann mit den Microsoft-Apps auch von unterwegs aus bequem auf seine Daten zugreifen. Nur beim Teilen von Informationen hat der Cloud-Pionier noch die Nase vorn: Mit einem Rechtsklick auf jede beliebige Datei im Dropbox-Ordner lässt sich ein Link erzeugen, der per E-Mail verschickt werden kann. Nutzer von Sky Drive oder Google Drive müssen dazu den Online-Speicher im Browser aufrufen und die Freigabe extra einrichten.
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