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Das Versprechen hört sich gut an: Wer einen Film kauft, soll ihn nicht nur im Blu-ray- oder DVD-Player ansehen können, sondern auch am PC oder auf einem mobilen Abspielgerät wie dem iPod. Immer mehr Titel, vor allem Blu-ray-Discs, kommen zu diesem Zweck mit einer „Digital Copy” in den Handel. Sie enthalten eine zusätzliche Disc oder einen Download-Link zum Übertragen des Films auf einen Computer. Von dort gelangt das Video dann auch auf mobile Player. Die Bildqualität liegt in der Regel mit 480 Zeilen zwar noch unter DVD-Auflösung, aber der gekaufte Film ist ist unterwegs wenigstens abspielbar.
Viele namhafte Studios – von Disney über Fox, Lionsgate, Paramount, Sony Pictures und Universal bis hin zu Warner Bros – haben entsprechende Scheiben im Angebot. Oft dient die zusätzliche Filmversion als Verkaufsargument für eine Special-Edition. So ist der letzte Teil der Toy-Story-Triloge außer als Doppel-Blu-ray auch als 4-Disc-Set erhältlich, das neben den blauen Scheiben eine Digital Copy und die DVD-Version des Films enthält. Aufpreis: etwa fünf Euro. Die frühen Harry-Potter-Filme – in der Blu-ray-Erstausgabe längst auf dem Grabbeltisch der Drogeriemärkte gelandet – werden in einer Neuauflage mit Digital Copy derzeit wieder für rund 16 Euro pro Stück angeboten.
Wer einen Film mit dem praktischen Extra ersteht, kann sich allerdings mehr Ärger als Vergnügen einhandeln. Denn das Bonus-Video lässt sich oft nur mühsam installieren. Das liegt unter anderem daran, dass es keine einheitliche Regelung gibt, wie die Übertragung auf den Rechner zu erfolgen hat. Während einige Verpackungen die Digital Copy auf einer Scheibe mitliefern, verlangen andere einen Download aus dem Internet, der je nach Dateigröße, DSL-Geschwindigkeit und Server-Auslastung auch mal Stunden dauern kann. Warner-Kunden benötigen ein Windows-Betriebssystem auf dem PC, was Mac-Nutzer aussperrt. Auch Besitzer eines iPod oder iPad gehen mit den Digitalkopien von „Harry Potter”, „The Dark Knight” oder „Keinohrhasen” leer aus. Fox hatte ursprünglich Windows Media unterstützt, ist mittlerweile aber auf iTunes und das Playstation Network umgeschwenkt. Die aktuellen Digitalkopien von Fox lassen sich daher auf iPhone, iPad & Co. sowie auf der Playstation Portable (PSP) abspielen – nicht jedoch auf einem Windows Media Player oder Microsoft Zune. Mit anderen Worten: Die Digital Copy variiert je nach Studio, Titel und Veröffentlichungsdatum der Disc.
Selbst wer vor dem Kauf die technischen Voraussetzungen prüft, kann daheim noch eine Enttäuschung erleben. So bleibt Österreichern meist der Zugriff über eine deutsche Disc verwehrt, weil der Gutscheincode nur für den deutschen iTunes-Store gilt. Käufern von Toy Story 3 ging es wie DIGITAL-ROOM: Bei Eingabe des Aktivierungscodes aus der deutschen Packung teilte iTunes mit, dass der Code nur in Großbritannien und Irland gültig sei. Sie mussten sich umständlich über den Disney-Support einen neuen Code besorgen. Das hat bei uns drei E-Mails und rund drei Wochen Wartezeit bedeutet. Anderen Käufern ging es ähnlich, wie die Kundenkommentare auf Amazon.de zeigen. Nicht zuletzt hat jede Digital Copy ein klein gedrucktes Verfallsdatum auf der Verpackung. Ist die Aktivierung übers Internet bis zu diesem Termin nicht erfolgt, lässt sich die Bonus-Datei gar nicht mehr zum Laufen bringen.
DIGITAL-ROOM meint: Die Digital Copy macht Filme vielseitig nutzbar – wenn sie funktioniert, was leider nicht immer der Fall ist. Ein „Geschenk” an den Filmfan, wie Sony Pictures es auf seinen amerikanischen Support-Seiten ausdrückt, ist sie aber nicht. Fast alle Blu-ray-Discs und DVDs haben einen Kopierschutz, das deutsche Urheberrechtsgesetz verbietet Käufern ein Rippen solcher Scheiben. Die Filmindustrie erlaubt mit der digitalen Kopie also nur, was Musikfans jeden Tag wie selbstverständlich tun: Sie überspielen ihre rechtmäßig erworbenen Disc-Medien auf den PC oder einen mobilen Player.
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