Bild: Dynaudio/DR
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Dynaudio erfüllt den Traum vieler HiFi-Fans: Der dänische Boxen-Hersteller kappt die Lautsprecherkabel. Und zwar keine Strippen zu klanglich minderbemittelten Tondosen oder kompakten Airplay-Empfängern, sondern die Verbindung mit amtlichen HiFi-Boxen. Die Lautsprecherserie „Xeo” soll akustisch denselben hohen Ansprüchen genügen wie die übrigen Produkte aus Skanderborg bei Aarhus. Nur dass die neuen Modelle eben kein Lautsprecherkabel zur Stereoanlage mehr benötigen. Die Verstärker sind ins Boxengehäuse integriert, ein Stromkabel von jedem Lautsprecher zur nächsten freien Steckdose genügt.
Das Musiksignal empfangen die Kompaktbox Xeo 3 (Abbildung oben links) und das etwa 92 Zentimeter hohe Standmodell Xeo 5 (oben rechts) von einem Sender, der in der Nähe der Audioquelle aufgestellt wird. Die Funkbasis enthält drei Eingänge: einen klassischen analogen Stereoeingang, der als Miniklinke und rot-weißes Cinch-Pärchen ausgeführt ist, einen optischen Digitaleingang (Toslink) und eine Mini-USB-Buchse zur Verbindung mit einem Computer. So lassen sich praktisch alle Zuspieler verwenden – vom Vorverstärker über MP3-Player und Fernseher bis hin zum Netzwerk-Client, der Webradio aus dem Internet empfängt.
Eine Fernbedienung schaltet die Eingänge um, regelt die Lautstärke und legt bei mehreren Xeo-Pärchen fest, über welches Paar die Quelle zu hören ist. Drei Räume oder Hörzonen sollen sich gleichzeitig beschallen lassen. Ein Schieber auf der Rückseite jeder Box legt fest, zu welchem Raum (1, 2 oder 3) sie gehört. Ein weiterer sagt, ob der linke oder rechten Kanal wiedergegeben wird. Ist kein Stereoeffekt gewünscht, lässt sich der Lautsprecher auch auf „mono” stellen. Weitere Einstellungen sind laut Hersteller nicht nötig, Sender und Empfänger finden sich nach dem Einschalten automatisch. Bei Nichtgebrauch sollen sich die Boxen nach einer gewissen Zeit in einen stromsparenden Standby-Schlaf begeben (Verbrauch: 0,6 Watt), aus dem sie wieder erwachen, wenn Musik gewünscht wird.
Zur Übertragung verwendet Dynaudio das lizenzfreie 2,4-Gigahertz-Band, in dem auch WLAN, Bluetooth und andere Funksysteme unterwegs sind. Trotzdem soll die Reichweite bis zu 50 Meter betragen. Je nach Raumsituation seien sogar bis zu 100 Meter möglich, meint der Hersteller. Das Musiksignal wird in CD-Qualität mit 16 Bit und 44,1 Kilohertz übertragen. Über ihren Digitaleingang akzeptiert die Sendebasis, der so genannte Transmitter, auch Signale mit 24 Bit und 48 kHz Abtastrate. Er rechnet die höhere Auflösung zum Versand dann allerdings herunter. Für Freunde von High-Resolution Audiodateien mit 96 kHz Abtastfrequenz und mehr sind die Dynaudio-Boxen also nicht die optimale Lösung. Aber echte Klang-Enthusiasten würden ihre hoch auflösenden Audio-Schätze wohl ohnehin keinem Funksystem anvertrauen.
Die Xeo-Lautsprecher sollen ab Februar in Klavierlack Schwarz oder Weiß erhältlich sein. Ein Pärchen Xeo 3 mit Fernbedienung und Transmitter kostet 1500 Euro, der Preis für das Xeo-5-Set beträgt 2900 Euro. Zusatz-Paare für weitere Räume ohne die Sende-Technik sind jeweils 200 Euro günstiger.
DIGITAL-ROOM meint: Der Trend zum Funk ging an Besitzern hochwertigen HiFi-Anlagen bislang weitgehend vorbei. Airplay ist hier keine Lösung, weil es Apple-Geräte oder zumindest einen Computer zum Senden der Musik verlangt. Auch Canton setzt bei seinem „Your World”-System (siehe Artikel-Links unten) auf iPod-Dock und USB-Stick am PC. Ebenso AudioPro: Die Sender des Funkpioniers aus Schweden haben zwar eine Buchse für externe Tonquellen, müssen aber trotzdem zusätzlich per USB mit Strom versorgt werden. Da wirkt das Xeo-Konzept von Dynaudio komfortabler und konsequenter – auch wenn die dänischen Aktiv-Lautsprecher nicht ganz billig sind. Immerhin spart man den Verstärker und kann seine Audio-Quellen oder eine HiFi-Vorstufe direkt an den Sender anschließen.
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