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(3) 18.05.2012

Gegen den Trend: Blu-ray-Laufwerk von Denon

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Blu-ray-Player werden immer billiger. Dabei bleibt oft auch die Qualität auf der Strecke. Denon steuert mit dem reinen Laufwerk BDT-1713 dagegen.Der BDT-1413 für 499 Euro braucht für Surround-Sound einen AV-ReceiverBild: Denon

Blu-ray-Player können immer mehr – und kosten immer weniger. Für deutlich unter 200 Euro gibt es mittlerweile Geräte, die von 3D-Wiedergabe über Video-on-Demand bis hin zur iPhone-Steuerung so ziemlich alles beherrschen, was Entwicklungsingenieuren so einfällt. Der neue Denon BDT-1713 kommt mit knapp 500 Euro deutlich teurer – und ist nicht mal ein vollwertiger Player. Zumindest nicht im landläufigen Sinn, denn das sogenannte Blu-ray-Laufwerk bringt keine analogen Videobuchsen und keinen analogen 7.1-Ausgang für die AV-Anlage mit.

Trotzdem dürften einige Käufer sehnsüchtig darauf warten, weil der BDT-1713 ein Gefühl von Solidität vermittelt, das im von schwarzen Plastik-Fronten und Klavierlack-Imitaten überquellenden Player-Angebot fast verloren schien. Das knapp fünf Kilo schwere und zehn Zentimeter hohe Gerät wurde auf der High-End 2012 in München erstmals präsentiert und soll ab Ende Mai erhältlich sein.

Es ist dafür gedacht, per HDMI an einen modernen Surround-Receiver angeschlossen zu werden. Am besten natürlich an einen Denon, weil dann auch gleich die geräteübergreifende Steuerung per iPhone-App und Fernbedienung funktioniert. HiFi-Fans finden außerdem ein Pärchen rot-weißer Cinch-Buchsen auf der Rückseite. Hier lässt sich ein Stereoverstärker anschließen, falls der Universal-Player nur Zweikanal-Ton von CDs, Super-Audio-CDs (SACD) oder DVD-Audio-Scheiben an eine HiFi-Anlage liefern soll. Hochwertige Digital-Analog-Wandler von Burr-Brown sorgen dabei laut Denon für guten Klang.

Im Normalfall übernimmt jedoch der AV-Receiver die Aufbereitung von Bild- und Tonsignalen. Der BDT-1713 schickt ihm praktisch alles, was auf kommerziellen Scheiben gespeichert sein kann: Filme in 3D und 1080p24, Filmton in Dolby Digital und Dolby Digital Plus sowie Dolby TrueHD und DTS-HD. Sogar den DSD-Datenstrom von SACD reicht er an geeignete Receiver wie den AVR-2313 aus gleichem Hause (899 Euro) weiter. Für ältere Receiver, die zwar HDMI aber keine eigenen Wandler für Dolby True HD oder DTS-HD besitzen, wandelt der BDT-1713 die hochauflösenden Filmton-Signale ins universelle PCM-Format um. Diese Funktion hat das neue Laufwerk sogar dem 1100 Euro teuren DVD-2500  BT voraus, dem Urahn und ersten „Blu-ray Transport” von Denon aus dem Jahre 2008.

Über einen Netzwerk-Anschluss auf der Rückseite empfängt der BDT-1713 Bonus-Material zur Blu-ray-Disc (BD-Live) – aber auch YouTube-Videos, wobei die sogenannte Leanback-Ansicht des Dienstes zum Einsatz kommt, die sich bequemer mit den Tasten der Infrarot-Fernedienung steuern lässt. Ein DLNA-Client ruft Fotos, Videos und Musikdateien aus dem heimischen Netzwerk ab. Laut Denon unterstützt der Denon dabei auch die Wiedergabe von FLAC-Dateien bis zu einer Auflösung von 192 kHz und 24 Bit.

Die gesamte Konstruktion soll sich durch hohe Verarbeitungsqualität und Laufruhe auszeichnen. Das Blu-ray-Laufwerk wurde neu konstruiert und liest Scheiben laut Denon besonders schnell ein. Ein vibrationshemmender Aufbau und speziell selektierte Bauteile sollen Störungen gar nicht erst aufkommen lassen. Wie alle aktuellen Heimkino-Geräte der mittleren Preisklassen bei Denon ist auch der BDT-1713 nur in Schwarz erhältlich. Die Silbertöne bleiben den Premium-Modellen und Vor-/Endstufen-Kombinationen vorbehalten.

DIGITAL-ROOM meint: Das Konzept eines reinen BD-Laufwerks, von Denon „BD-Transport” genannt, leuchtet ein. Denn wer seinen Player direkt per HDMI an den Fernseher anschließt, der braucht die vielen Analog-Ausgänge nicht. Und wer großen Heimkino-Klang wünscht, schafft sich ohnehin einen AV-Receiver an. Es dürfte also durchaus Heimkino-Fans geben, die knapp 500 Euro für einen gut verarbeiteten Player ausgeben – wenn er seine Aufgabe gut macht. Denn viele preiswertere Geräte am Markt warten zwar mit zahllosen Zusatzfunktionen auf, brauchen aber ermüdend lange, um eine Scheibe einzulesen – oder begleiten den Filmabend mit zirpenden oder surrenden Lüfter- und Laufwerksgeräuschen.

Autor: 
Frank-Oliver Grün
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