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Die Abschaltung der analogen Satelliten-TV-Übertragung und die Aufschaltung der zehn neuen HDTV-Sender auf Astra verlief offenbar reibungslos. Angeblich sollen zuletzt nur noch etwa 300.000 Haushalte ihr Programm analog via Astra empfangen haben. Überprüfen lässt sich diese Zahl allerdings kaum. Die Zuschauer waren bereits in den Wochen vor der Umstellung per Laufschrift im Fernsehprogramm auf die Abschaltung vorbereitet worden, sagte Astra-Sprecher Stefan Vollmer dem Handelsblatt. Nach der Abschaltung seien nur noch vereinzelt Anfragen gekommen, heißt es von der Digital-TV-Infoplattform "Klardigital", mit der TV-Sender und Landesmedienanstalten gemeinsam seit Monaten über die Analogabschaltung informieren.
Doch nicht nur Analog-Gucker hatten am Montag Handlungsbedarf, auch HDTV-Zuschauer rieben sich teils die Augen: Statt dem ersten Programm in HD gab es nur eine Texttafel, und auch ARTE HD war außer Betrieb. Beide Sender haben im Zuge der Analogabschaltung den Transponderkanal gewechselt. Um diese bewähren HDTV-Kanäle wie auch zehn neue öffentlich-rechtlichen HDTV-Sender zu finden, ist je nach Receiver-Modell mehr oder weniger viel Aufwand notwendig. Am Einfachsten klappt die Umstellung mit einem Gerät, das eine automatische Sendersortierung bietet – etwa ein Technisat-Receiver mit ISIPRO-Senderlisten oder ein Modell mit RAPS-System von Smart und einigen weiteren Marken. Diese Geräte haben jeweils eine vom Hersteller gepflegte Kanalliste in der die neuen Sender die bisherigen automatisch ersetzen. Bei Technisat fragt der Receiver bei der Aufschaltung neuer HD-Sender sogar nach, ob diese die bisherigen SD-Sender ersetzen sollen oder nicht.
Ebenfalls weit gehend problemlos klappt die Umstellung mit HD+-Geräten. Bei einem brandneuen Kathrein UFS-925 etwa wurden die Dritten Programme sowie 3Sat, KIKA, ZDF Neo und ZDF Infokanal im Laufe des Montagvormittags automatisch durch deren HD-Pendants ersetzt. Grund für den Service: Astra liefert HD+-Geräten eine selbst festgelegte Programmliste mit, in der die ersten 100 Plätze für die wichtigsten Free-TV- und HD-Plus-Sender reserviert sind. Die listete auch auf Anhieb den kurzfristig mitgeteilten HD+-Neustart DMAX HD – der dreizehnte Sender im HD+-Verbund. Lediglich die umgezogenen Sender Das Erste HD und ARTE HD mussten manuell gesucht werden – vermutlich, weil ihre bisherigen Pendants noch als Texttafeln vorhanden sind.
Komplizierter war die Umstellung mit dem Geschwistermodell Kathrein UFS-923 ohne HD+. Es hat keine Programmlisten-Automatik, dafür bot der Hersteller aber schon am Montag Vormittag auf seiner Homepage eine neue Senderliste für dieses und andere Kathrein-HDTV-Modelle an. Die kann man herunterladen und per USB-Stick auf den Receiver spielen. Sie umfasste alle wesentlichen Änderungen, allerdings ist ihre Sortierreihenfolge nicht Jedermanns Sache – KIKA HD, 3Sat HD oder ZDF neo landen in der Liste beispielsweise weit hinten - noch hinter diversen Shoppingsendern. Eine derart vorsortierte Liste lässt sich allerdings wesentlich einfacher fein tunen als das Ergebnis eines kompletten Sendersuchlaufes. Immerhin sind die neuen Kanäle in ihr bereits gelistet, man muss sie nicht erst umständlich zwischen hunderten anderen Kanälen aufspüren.
Ein Sendersuchlauf mit anschließender manueller Sortier-Fummelei ist bei all den Geräten notwendig, die keine vorprogrammierten Senderlisten per USB verarbeiten. Allerdings bieten immer mehr Geräte diesen Service – auch wenn nicht jeder Hersteller wie Kathrein vorprogrammierte Listen liefert. Solche Kanallisten lassen sich aber auch über einen Listenditor am Computer bearbeiten. Eines der bekanntesten kommerziellen Programme dafür ist "SetEdit", das in verschiedenen Versionen für zig verschiedene Receivermodelle zu haben ist. Kathrein, Samsung und andere Hersteller bieten aber auch selbst Listeneditoren an – meist sogar kostenlos. Ein Blick auf die Serviceseiten des Receiver-Herstellers lohnt sich. Das Prinzip ist dabei stets dasselbe: Zuerst werden die neuen Kanäle per Suchlauf gesammelt, dann die Gesamt-Kanalliste per Bildschirmmenü und USB-Stick exportiert. Das Datenfile – meist eine Art XML-Datei – lässt sich mit dem passenden Programm am Computer öffnen, die Kanäle kann man dort im Idealfall per Drag & Drop in der Wunsch-Reihenfolge sortieren. Nun die Liste auf den USB-Stick zurück speichern und am Receiver aktualisieren – fertig. Einziger Wermutstropfen: Kanallisten-Editoren für Mac-Betriebssysteme sind eher die Ausnahme.
DIGITAL-ROOM meint: Eine derart umfassende Umstellung der Digital-TV-Sender hat es noch nie gegeben, doch der Aufwand lohnt sich. Immer mehr HDTV-Sender dürften in Zukunft auch immer mehr Sendungen in echter HD-Auflösung liefern. Allerdings ist mit der Analogabschaltung auf Astra schlagartig viel Überttragungskapazität entstanden, die in Zukunft mit noch mehr HDTV-Sendern gefüllt werden dürfte. Dann stehen immer mal wieder kleine oder größere Kanallisten-Korrekturen an. Gut, wer jetzt schon intensiv geübt hat.
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