News
(3) 14.02.2012

Onkyo AV-Receiver spielen Musik aus der Cloud

Artikel drucken | per E-Mail versenden | auf Merkliste setzen
Neue AV-Receiver von Onkyo geben Musik via Webradio, von Streaming-Angeboten wie Simfy oder dem Clouddienst MP3tunes.com wieder.Der TX-NR 616 ist der stärkste der drei neuen Netzwerk-V-Receiver vonb OnkyoBild: Onkyo

Dieses Frühjahr bringt der japanische Hersteller Onkyo drei neue AV-Receiver mit Netzwerk-Funktionen auf den Markt. Während sich die Konkurrenz von Denon, Pioneer und Marantz seit 2011 verstärkt auf das Musik-Streaming mit der Airplay-Technologie von Apple konzentriert, setzt Onkyo seine Schwerpunkte bei den Netzwerk-AV-Receivern eher auf Internet-Musikdienste – mal abgesehen von der Tatsache, dass der TX-NR 414 für knapp 450 Euro Listenpreis einer der bislang günstigsten Netzwerk-Receiver überhaupt sein dürfte.

Die drei Modelle TX-NR 414, 515 und 616 unterscheiden sich untereinander vor allem in ihren klassischen Leistungsdaten und Features. Während der günstigste Vertreter als 5.1-Gerät eine Handvoll Endstufen mit je 130 Watt Nennleistung hat, bieten die beiden größeren Modelle je sieben Verstärkerzüge à 130 beziehungsweise 165 Watt. Der TX-NR 616 trägt sogar das THX-Select-Logo, das unter anderem realistische Heimkino-Dynamik in mittelgroßen Räumen verspricht. TX-NR 5151 und 616 besitzen acht HDMI-Ein- und zwei -Ausgänge, der TX-NR 414 derer sechs beziehungsweise einen. Über weitere Sound-Funktionen wie die verschiedenen Front-Wide- oder -Heigth-Surroundmodi sowie die Multi-Zone-Talente der drei Neulinge informiert die Produktseite bei Onkyo.

Gemeinsam ist allen drei AV-Receivern ihr Hang zum Networking. Wie die bisherigen Onkyo-Geräte mit „NR” im Namen geben sie Musik von Internetradio-Stationen wieder, die der Besitzer über einen Account beim Online-Dienst vTuner suchen und sortieren kann. Daneben rufen die AV-Receiver Musikdaten in allen gängigen Formaten wie MP3, AAC, FLAC, WMA, WMA Lossless oder PCM via Heimnetzwerk von Medienservern oder dem PC ab. Selbst Ogg-Vorbis-Tracks sollen die Onkyo-Receiver streamen. Natürlich spielen sie diese Musikformate auch von USB-Festplatten oder -Sticks ab, die direkt an das Gerät angeschlossen sind. Ebenfalls per USB lässt sich ein WLAN-Stick an die Geräte anschießen – für die drahtlose Verbindung mit Heimnetz und Internet.

Internet-Dienste sind die zweite Netzwerk-Stärke des Onkyo-Trios. Während die Vorjahresmodelle von Onkyo gerade mal die Online-Musikdienste Last.fm und Napster unterstützen, lassen sich über die Neulinge rund um den TX-NR 616 Musikangebote wie der Flatrate-Streamingdienst Simfy, das Cloud-Musikarchiv MP3.com und das persönliche Radioprogramm Aupeo abrufen. Interessanterweise fehlt im Jahrgang 2012 gegenüber dem Vorjahr Napster im Angebot der neuen Onkyo-Receiver – Simfy bietet allerdings einen vergleichbaren Service an.

Hierzulande noch etwas unbekannter ist MP3tunes.com – aber keineswegs unspannend. Der Cloud-Dienst synchronisiert auf Wunsch die gesamte Musiksammlung von der PC-Festplatte in einen persönlichen Internet-Speicher beim Anbieter. Zwei Gigabyte gibt es bei der Anmeldung kostenlos, 10 GB können Neulinge zum Test beantragen. Außerdem sind kostenpflichtige Accounts für richtig große Musiksammlungen erhältlich: 50 GB kosten knapp 40 Dollar im Jahr, 100 GB knapp 75 Dollar und für 140 Dollar gibt's 200 GB. Mithilfe eines speziellen Programms von MP3tunes synchronisiert sich die lokale Musiksammlung verschiedener Geräte mit dem Cloudspeicher. Wiedergeben lässt sich die Musik am Computer, auf Apps für iPhone, Android, Blackberry und Windows Phone 7 und – jetzt neu – auf Netzwerk-Receivern von Onkyo. Der Dienst ist mit seinen Funktionen eine Art Konkurrenz zur Apple-Musik-Cloud „iTunes Match”, hat aber andere Vor- und Nachteile. MP3tunes ist beispielsweise auf mehr Mobil- und Heimplattformen verfügbar, während Apple sein iTunes als Musikprogramm verlangt und ansonsten nur Geräten des iPhone-Erfinders abspielbar ist. Dafür muss man beim Apple-Dienst nicht jedes Musikstück einzeln hochladen, weil er die iTunes-Bibliothek mit den Tracks abgleicht, die ohnehin im Musikstore von Apple gespeichert sind.

Zurück zu den Onkyo-Receivern: Weitere Netzwerk- und Multimediafunktionen wie die Steuerung über Apps für iPhone, iPod und iPad sowie Android-Geräte gehören ebenso zur Ausstattung wie ein USB-Dockanschluss für die verbreiteten Musikplayer mit dem Apfel. Die Onkyo-Neulinge kosten 450 Euro (TX-NR 414, ab Ende Februar), 600 Euro (TX-NR 515, ab März 2012) und 700 Euro (TX-NR 616, ab April 2012). Daneben bietet Onkyo noch ein Einstiegsmodell namens TX-SR 313 für knapp 350 Euro an – allerdings ohne Netzwerk-Talente.

DIGITAL-ROOM meint: 2012 ist das Jahr der persönlichen Cloud-Dienste. Nach den Ankündigungen von Sony und Samsung, ihre Smart-TVs mit Cloud-Speichern für Musik, Videos und Filme zu ergänzen, finden nun auch Streamingdienste wie MP3tunes.com oder Simfy vermehrt Einzug in AV-Receiver. Weitere Hersteller dürften folgen. MP3tunes-Chef Michael Robertson etwa sagte DIGITAL-ROOM, man biete eine offene Programmierschnittstelle, über die jeder Hersteller mit seinen Geräten MP3tunes.com integrieren könne. Andere Dienste machen es ähnlich. Klar, an die Cloud-Dienste muss man sich erst gewöhnen. Sicher sind die Sammelbecken für datenreduzierte Musik nichts für audiophile Geniesser. Sicher sind sie nicht umsonst. Doch bequem ist's allemal, auf allen Geräten die gleiche, umfassende Musiksammlung vorzufinden. Je mehr Geräte Simfy, MP3tunes.com & Co. im Wohnzimmer servieren, desto mehr dürften sich die Musik-Clouds ausbreiten. Klassische Receiver-Talente treten da schon fast ein wenig in den Hintergrund.

Autor: 
Reinhard Otter
 
Cloud Computing in 100 Sekunden

Cloud Computing in 100 Sekunden

Wissen | Video | 1:40 Min.

Der Begriff klingt etwas wolkig. Deshalb erklären wir in diesem Video, was es mit Cloud Computing auf sich hat: Das Internet wird zur virtuellen Festplatte.

iCloud: Erste Erfahrungen mit iTunes Match

iCloud: Erste Erfahrungen mit iTunes Match

News | 17.12.2011

Ohne großes Aufhebens hat Apple „iTunes Match” in Deutschland gestartet. Lohnen die 25 Euro pro Jahr für den freien Musik-Austausch auf iPad & Co.?

Audio-Streaming für Einsteiger

Audio-Streaming für Einsteiger

Wissen | Video | 3:33 Min.

Sie haben keine Ahnung von Server und Client, wollen aber Musik im ganzen Haus hören? Dieses Video zeigt, wie HiFi im Netzwerk funktioniert.

TV-Trends 2012: Vom Smart Hub in die Cloud

TV-Trends 2012: Vom Smart Hub in die Cloud

News | 19.01.2012

Apps am Fernseher sind ein alter Hut, zumindest in den Hersteller-Katalogen. Die neue Gerätegeneration vernetzet den Smart-TV mit Cloud-Diensten.

Die Invasion der Online-Musikdienste

Die Invasion der Online-Musikdienste

News | 09.09.2011

Mit „Juke” gibt es jetzt noch einen weiteren Abo-Dienst für Streaming-Musik aus dem Internet. So langsam wird das Angebot etwas unübersichtlich.

4K: Kommt jetzt Super-HDTV fürs Heimkino?

4K: Kommt jetzt Super-HDTV fürs Heimkino?

News | 12.02.2011

Onkyo stellt den ersten AV-Receiver mit 4K-Upscaling vor – für Bilder mit 4096 x 2160 Pixeln. Da stellt sich die Frage: Wer braucht sowas eigentlich?

Noch mehr AV-Receiver mit Airplay

Noch mehr AV-Receiver mit Airplay

News | 17.06.2011

Denon, Marantz und Pioneer setzen voll auf Apple-Streaming: Die Airplay-Funktion gibt es künftig in allen Receiver-Preisklassen.

Onkyo: Tuner mit DLNA, Airplay und Webradio

Onkyo: Tuner mit DLNA, Airplay und Webradio

News | 23.01.2012

Der T-4070 von Onkyo ist so etwas wie der Edel-Musikplayer der Neuzeit. Er empfängt Radio analog und digital sowie alle Arten von Netzwerk-Musik.

Onkyo: Steuerungs-App jetzt auch für Android

Onkyo: Steuerungs-App jetzt auch für Android

News | 26.07.2011

Aktuelle netzwerkfähige AV-Receiver von Onkyo lassen sich demnächst auch über eine App für Android-Smartphones fernbedienen.

Noch kein Konto? Kostenlos registrieren
RSS Feed Icon © 2008 - 2014 DIGITAL-ROOM GmbH - Alle Rechte vorbehalten