Bild: Garmin/DR
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„Hund entlaufen”, „Notebook-Tasche verloren" – Suchanzeigen wie diese könnten bald der Vergangenheit angehören. Garmin, Hersteller von Navigationsgeräten, will im April einen kleinen Peilsender auf den Markt bringen, der den Aufenthaltsort von liebgewonnenen Haustieren oder Dingen ins Internet überträgt.
Der GPS-Tracker GTU 10 nutzt dazu das Global Positioning System (GPS), eine Anordnung von mindestens 24 Satelliten, die unsere Erde umkreisen und auch von Auto-Navigationssystemen oder Handys wie dem iPhone zur Standort-Bestimmung verwendet werden. Ganz neu ist die Idee nicht: Bereits vor zwei Jahren brachten Anbieter wie MiaVojo und m.i.k.IT ähnliche Geräte auf den Markt. Sie erlaubten das unbemerkte Tracking von Personen, was im deutschen Telekommunikationsgesetz inzwischen verboten ist, und wurden teilweise wieder vom Markt genommen. Der Betroffene muss seit 2009 „ausdrücklich und schriftlich” seine Einwilligung zur Ortung geben, eine Bestätigung per SMS reicht nicht mehr aus. Außerdem hat ihn der Anbieter des Dienstes spätestens nach der fünften Standortbestimmung mit einer Textnachricht zu informieren.
Die elektronische Verfolgung eigener Kinder oder des untreuen Partners ist auf diese Weise schwer möglich. Garmin bietet seine Dienste deshalb ausdrücklich nicht für zwischenmenschliche Zwecke an. Der GTU 10 soll Tiere lokalisieren, Autos, Yachten oder andere Dinge, die man ungern verlieren möchte. Ein Mobilfunk-Modul im Gerät überträgt dazu in regelmäßigen Abständen die GPS-Daten an eine Ortungszentrale. Übers Internet lässt sich der Standort jederzeit abfragen – entweder am PC oder mit Apps am Smartphone. Der Lithium-Ionen-Akku soll je nach Übertragungsintervall bis zu vier Wochen Strom liefern. Das Gehäuse im Feuerzeug-Format (7,6 x 3,3 x 2,0 cm) ist wasserdicht nach Schutzstandard IPX-7, sollte also auch zeitweiliges Untertauchen verkraften.
Neben der einfachen Lokalisierung und permanenter Positionsverfolgung erlaubt der Peilsender auch ein so genanntes „Geofencing”. Dabei wird ein elektronischer Zaun um ein bestimmtes geografisches Gebiet gezogen, etwa das eigene Stadtviertel. Sobald der GTU 10 diese Region betritt oder verlässt, schickt der Server eine SMS oder E-Mail an den Besitzer. Der voraussichtliche Kaufpreis des Garmin-Trackers beträgt rund 200 Euro. Darin enthalten ist der Basis-Trackingdienst für ein Jahr. Die Verlängerung für jeweils ein Jahr soll dann 49 Euro kosten. Das kontinuierliche Tracking im Premium-Dienst kostet pro Monat 5 Euro Aufpreis. Darüber hinaus fallen keine Mobilfunkgebühren an.
DIGITAL-ROOM meint: Wer Tiere oder mobiles Eigentum zu überwachen hat – etwa ein teures Mountain-Bike – der wird den GPS-Tracker lieben. Wenn Menschen ins Spiel kommen, stellt sich allerdings schnell die Frage nach dem Datenschutz. Ein kleiner Peilsender lässt sich schließlich überall verstecken. Es reicht theoretisch schon, wenn der eifersüchtige Partner oder die misstrauische Partnerin ihn einfach im Wagen liegen lässt.
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