Bild: Smart, Apple, Toshiba
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Online-Videorecorder sind ein Politikum. Von den Anwendern geliebt, von TV-Sendern gehasst, streiten sich Anbieter wie Save.tv oder Bong.tv seit Jahren zum Beispiel mit RTL, ob sie frei empfangbare Fernsehprogramme im Auftrag ihrer Kunden mitschneiden dürfen. Je nach Gerichtsurteil verschwinden Kanäle aus dem Angebot oder tauchen wieder auf. So ist derzeit das Hauptprogramm von RTL weder auf Bong.tv noch Save.tv programmierbar, die kleineren Kanäle der Sendergruppe wie RTL 2 oder Vox hingegen schon.
Mitten in dieses Wespennest sticht nun der Schwarzwälder Receiver-Hersteller Smart Electronic. Eine Kooperation mit Bong.tv ermöglicht den Abruf online aufgenommener Programme per Set-Top-Box. Besitzer der Sat-Receiver Zappix HD+, VX10 und CX10 können laut Smart über den Internet-Anschluss ihres Geräts auf das Aufnahmearchiv bei Bong.tv zugreifen. Der Videorecorder ist ins „smartPortal” integriert und lässt sich ohne den lästigen Download von Dateien auf einen Computer nutzen. Der Aufnahme-Timer kann direkt am Smart-Receiver programmiert werden – oder wie gehabt am PC und Mac sowie mit Apps und einer mobilen Webseite am Smartphone oder Tablet-PC. Weil die Mitschnitte im Internet gespeichert sind, stehen sie anschließend nicht nur auf dem Fernseher zur Verfügung, sondern auf allen oben genannten Endgeräten – ein wesentlicher Vorteil des Online-Videorecorders gegenüber lokalen Festplatten-Aufnahmen.
Die Bong.tv-Funktion auf Smart-Receivern ist neu und bislang einzigartig, obwohl Samsung bereits Anfang 2011 eine vergleichbare App für seine vernetzten TV-Geräte vorgestellt hat (siehe Zusatz-Info unten auf dieser Seite). Die Bong.tv-App gewann damals den dritten Preis bei der Samsung „Smart TV Challenge”, einem Wettbewerb für App-Entwickler. Bis heute ist das Programm jedoch nicht verfügbar, und wird es vielleicht auch nie auf Samsung-Fernseher schaffen. Denn als Hersteller HbbTV-fähiger Endgeräte befinden sich Samsung und andere Unternehmen im Interessenkonflikt: Einerseits wollen sie ihre Geräte mit einer möglichst großen Auswahl an Apps ausstatten. Andererseits können sie es sich nicht leisten, die Privatsender zu vergraulen. Schließlich besitzen diese ebenfalls zugkräftige Inhalte für den Smart-TV. Der Video-on-Demand-Dienst Maxdome etwa gehört der Sendergruppe ProSiebenSat.1 und zählt zu den attraktivsten Angeboten auf vernetzten Fernsehern und Set-Top-Boxen.
DIGITAL-ROOM meint: Die Kooperation von Smart mit Bong.tv ist ein mutiger Schritt. Bislang hat es noch kein anderer Hardware-Hersteller gewagt, die bei RTL & Co. unbeliebten Online-Recorder ins Angebot aufzunehmen. Das zeigt aber auch, dass der viel zitierte Satz vom „Internet auf dem Fernseher” für HbbTV nur eingeschränkt gilt: Auf vernetzten TV-Geräten bestimmen vor allem Geräte-Hersteller, TV-Sender und App-Entwickler, was zu sehen ist, und erst dann der Zuschauer. Das ist im freien Internet am PC noch anders.
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