Bild: Paramount, Sony, DR
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Über die Feiertage ist die Nachricht zuerst auf Facebook aufgetaucht und dann über verschiedene Medien kommuniziert worden. Am 27. Dezember bestätigte Sky schließlich offiziell: Filme des Hollywood-Studios Paramount sind künftig nicht mehr im Pay-TV-Angebot von Sky zu sehen. Der bisherige Verwertungsvertrag zwischen dem Studio und dem Bezahlsender wird 2012 nicht verlängert. Der Nachrichtensender N-TV zitiert dazu online einen nicht namentlich genannten Sky-Insider, der als Grund für das Ende des Kontraktes Anfang Januar angibt, man sei sich beim Preis für die Ausstrahlungrechte nicht einig geworden. Blockbuster wie "beispielsweise den neuesten Teil der „Mission-Impossible”-Reihe werde es also nicht auf Sky Cinema zu sehen geben.
Andererseits sind Paramount-Filme schon seit Wochen parallel zum Pay-TV-Start auf anderen Kanälen zu sehen: Ende Oktober 2011 vermeldeten das Studio und das Amazon-Tochterunternehmen „Lovefilm” eine neue Kooperation, in der aktuelle Produktionen als so genannter „First Pay Content” im Video-on-Demand-Angebot von Lovefilm zu sehen sind.
Lovefilm, bislang vor allem mit einer DVD- und Blu-ray-Versandvideothek aktiv, bietet seinen Kunden seit Ende 2010 auch einen Film-Abrufdienst auf Abo-Basis. Kunden, die ein Disc-Verleihpaket für mindestens 7,29 Euro pro Monat buchen, können Filme aus einem Katalog von 500 bis 600 Titeln per Videostreaming anschauen. Die Auswahl ist überwiegend etwas betagter, doch die Aktualität nähert sich durch den Vertrag mit Paramount dem Angebot im klassischen Pay-TV an. Grundsätzlich sind Pay-TV-Sender und Abo-Angebote wie das von Lovefilm in der Film-Verwertungkette nach der Veröffentlichung eines Films auf DVD oder Blu-ray-Disc angesiedelt. Meist lassen sich solche Filme aber vor der ersten Free-TV-Ausstrahlung online abrufen.
Filme aus dem Onlineangebot von Lovefilm kann man am Computer anschauen oder über Geräte mit Internetanschluss von Sony: Die Playstation 3, aktuelle Smart-TVs sowie Blu-ray-Player des Herstellers bieten jeweils einen Menüpunkt zum Onlineangebot von Lovefilm. Seit Herbst 2011 ist die Lovefilm-Videothek über Apps für das iPad und das iPhone, seit Dezember auch auf Android-Geräten erreichbar. Mit den Apps kann man Videos abrufen und die eigenen Wunschlisten für den Disc-Verleih pflegen.
In einem Gespräch mit DIGITAL-ROOM, das wir vor Bekanntwerden des beendeten Sky-Vertrages führten, bezeichnete Lovefilm-Geschäftsführer Ernst Trapp den Paramount-Deal im Oktober 2011 als „Paradigmenwechsel im deutschen Home Entertainment Markt”. Trapp ergänzte: „Wir bieten mehr Flexibilität, etwa in Vertragslaufzeiten und natürlich bei der Programmgestaltung.” Lovefilm-Abos lassen sich monatlich kündigen, und beim so genannten „Subscription Video-on-Demand” kann man seinen Wunschfilm jederzeit starten, anhalten oder noch einmal anschauen. Sky dagegen hat eine mindestens zwölfmonatige Vertragsbindung und sendet Pay-TV-Filme innerhalb der Aboangebote immer nur zu bestimmten Startzeiten.
DIGITAL-ROOM meint: Sky strahlt künftig Filme eines bestimmten Hollywood-Studios nicht mehr aus. Das ist kein Paukenschlag, zumal der Sender nach eigenen Angaben 2011 gerade mal sieben Paramount-Produktionen exklusiv zeigte – knapp drei Prozent des gesamten Filmangebotes auf Sky. Der Pay-TV-Anbieter lebt außerdem vor allem von Sport-Übertragungen und dabei in erster Linie vom Fußball. Anders herum wird eher ein Schuh daraus: Videostreaming, im Einzelabruf wie auch als Abomodell, dürfte künftig dem Spielfilmangebot im Pay-TV das Wasser abgraben. Er ist einfacher, flexibler, leichter abzurechnen und damit für alle Beteiligten praktischer. Mit Amazon betritt hier ein Anbieter den Ring, der in den nächsten Monaten und Jahren einiges bewegen dürfte. Schließlich hat der einstige Online-Buchhändler in den USA mit dem Kindle Fire bereits einen eigenen Tablet-Computer nebst Videoangebot und allen weiteren Medieninhalten am Start. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Amazon mit derlei Angeboten selbst oder über Lovefilm erstens weltweit und zweitens auf den TV-Schirm ausbreiten wird. So könnte sich der Pay-TV-Markt auf Dauer in verschiedene Darreichungsformen aufteilen: Normales Fernsehen für Sport und andere Live-Events, klassisches Video-on-Demand für Filme und TV-Serien.
Laut einer am Mittwoch über Facebook verbreiteten Mitteilung von Sky sollen auch künftig Filme der Paramount-Studios auf den Spielfilmsendern des Anbieters zu sehen sein. Der nicht verlängerte Vertrag betreffe laut der Mitteilung nur Filme, deren TV-Rechte auch tatsächlich über Paramount vertrieben werden. Viele Paramount-Filme würden laut Sky nicht von Paramount selbst vertrieben, sondern von anderen Filmverleihern. 2011 seien im Programm von Sky nur vier von Paramount direkt lizensierte Titel im Sky-Programm gelaufen, die Zahl an TV-Premieren soll 2012 insgesamt konstant bleiben. 2011 gab es nach Sky-Angaben davon 240.
Der DVD-/Blu-ray-Verleih und die Online-Videothek von Lovefilm sind jetzt auch über internetfähige TVs und andere Geräte von Sony erreichbar.
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