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(2) 26.01.2011

Die Polizei informiert online und per App

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Mit einem neuen Info-Portal und einer iPhone-App mit Tipps zu mehr Zivilcourage will die Polizei Straftaten und Gewalt-Exzessen besser vorbeugen.Online-Infos und eine App der Polizei zur Gewalt-PräventionBild: Apple, DR

Die zentrale Einheit der bundesweiten Polizeilichen Kriminalprävention hat ein überarbeitetes Internet-Portal eröffnet. Unter der Adresse polizei-beratung.de gibt die Vorsorge-Abteilung der Polizei Tipps für alle Lebensbereiche, um sich sich gegen Betrug, Raub und andere Schäden zu schützen. Ein Großteil des Portals ist dem Thema Online-Sicherheit gewidmet. In den Bereichen Gefahren im Internet und Medienkompetenz gibt die Polizei Hinweise zum Schutz vor Online-Verbrechen wie Abzocke, Datenklau oder Rufschädigung im Netz. Einen Fokus legen die Macher des Portals auch auf die Aufklärung vom Kindern und Jugendlichen im Umgang mit neuen Medien: In PDF-Ratgebern, aber auch in kurzweiligen Filmen mit Jugend-Idolen wie Bastian Schweinsteiger wird gezeigt, wo die Gefahren in Chatrooms und sozialen Netzwerken wie SchülerVZ oder Facebook lauern.

Parallel dazu hat die Präventionsstelle der Polizei eine iPhone-App entwickelt, die im Rahmen der Aktion „Tu was für Zivilcourage‟ Tipps und Informationen gibt, wie man selbst helfen oder Hilfe holen kann, wenn es brenzlig wird. Die App zeigt in einigen Videos, wie sich Konfliktsituationen klären lassen, bevor es zu Straftaten oder Gewalt kommt. Und sie erklärt, wen man im Notfall benachrichtigt und was beim Notruf zu beachten ist. Mit einem direkten Befehl lässt sich aus der App per Knopfdruck die Notrufzentrale anrufen. Die Infos der Gratis-App bleiben aber recht knapp und trocken, für weiter gehende Themen verweist sie teilweise auf die Internet-Seiten der Polizei.

DIGITAL-ROOM meint: Gut, dass sich die Polizei im Internet immer stärker engagiert. So verhilft sie ihren potentiellen Kunden auf dem kürzest möglichen Dienstweg zu Infos, mit denen sich das Eingreifen der Staatsmacht in vielen Fällen verhindern lässt. Die PDF-Broschüren und Medien der Polizei-Infoseite sollte jeder Bürger mal durchstöbern. Allerdings ist der Versuch, eine moderne und jugendverträgliche iPhone-App zu entwickeln, weitgehend schiefgegangen. Die App hat eine iPhone-untypische Bedienung. Und sie bietet – mal abgesehen von vier recht gut gemachten Kurzfilmen mit Jugend-Szenen – wenig Unterhaltungswert. Die meisten Nutzer werden sie wohl schnell wieder löschen. Im echten Notfall ist ohnehin schneller die „110” gewählt als eine App gestartet. Zur Aufklärung von Jugendlichen am iPhone wären vielleicht Infotainment-Apps wie ein Quiz, Frage-Tests oder ein interaktives Notruf-Training eher geeignet.

Autor: 
Reinhard Otter
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