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(4) 24.11.2011

PS Vita: Die Multitouch-Konsole von Sony

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Das jüngste Kind der Playstation-Familie von Sony erblickt im Februar 2012 das Licht der Welt – mit Doppel-Touchscreen und Augmented Reality.Die PS Vita von Sony mit dem Spiel "Little Deviants"Bild: Sony

Die Nachfolgerin der tragbaren Playstation von Sony hört auf den Namen „PS Vita“. Sie wurde bereits mehrfach auf Messen und Events gezeigt, doch erst vor wenigen Tagen hat Sony Computer Entertainment Europe Details zur hiesigen Markteinführung der Mobilkonsole bekanntgegeben und vorgeführt. Während sie in Japan schon am 17. Dezember auf den Markt kommt, soll die PS Vita in Europa am 22. Februar 2012 erstmals zum Verkauf stehen. Hauptmerkmale der neuen Taschen-Spielkonsole, die ihrer Vorgängerin durchaus ähnelt: jede Menge neuer Steuerelemente inklusive Touchscreen vorn und Touchpad auf der Rückseite, Kameras für Foto, Video und Augmented-Reality-Anwendungen sowie Leistungsdaten, die eher an ein Notebook erinnern denn an eine Spielekonsole.

Doch immer schön der Reihe nach. Für die Neuauflage der 2005 erstmals erschienen Playstation Portable (PSP) von Sony bietet der Hersteller so ziemlich alles auf, was derzeit an Funktionen und vor allem an Steuerelementen verfügbar ist. Gegenüber den typischen Playstation-Tasten wie Cursorkreuz links und Funktionstasten rechts hat die PS Vita auch zwei so genannte „Analog-Controller”, mit denen sich etwas Autos in Rennspielen besonders gefühlvoll steuern lassen. Diese Steuerknüppel bieten auch stationäre Modelle wie die PS3. Wirklich neu ist die Integration von Touchscreens: Der Bildschirm der PS Vita lässt sich ähnlich wie ein iPhone-Display per Fingersteuerung ins Spielgeschehen einbinden. Dabei können zwei Finger zeitgleich Richtungsbefehle geben oder Objekte markieren. Auch die Gehäuserückseite ist berührungssensitiv, so dass man Spiele auch rücklings über den Bildschirm steuern kann. Während einer Pressedemonstration konnten wir diese Funktion erstmals selbst testen – zum Beispiel mit einer Vorversion des Spiels „Littel Deviants”: Das Display zeigt eine virtuelle Landschaft, die man per Zeige- oder Mittelfinger buchstäblich von hinten hochwölben kann, um Gegenstände übers Spielfeld rollen zu lassen (Abbildung oben). Der normale Front-Touchscreen kommt eher bei Titeln mit zielgenauer Planung zum Einsatz, etwa bei Dart- und Billiar-Turnieren. Autorennen oder Fighter-Spiele hingegen bedient man auch weiterhin eher über die klassischen Konsolen-Tasten, die analogen Steuerknüppel oder die Bewegungssensoren.

Auch in Sachen Vernetzung hat die PS Vita einiges dazugelernt. Sie soll künftig etwa als vollwertige Spielpartnerin der Playstation 3 dienen. Sony Computer Entertainment und andere Spielehersteller haben Titel angekündigt, in denen ein Spieler an der Playstation 3 im lokalen Netzwerk oder via Internet live gegen einen oder mehrere Spieler an der PS Vita antreten können. Diesen Modus sollen etwa die angekündigte Modellwagen-Variante „Motor Storm RC” des beliebten Stock-Car-Klassikers sowie das Space-Rennspiel „Wipeout 2048” bieten

Daneben stehen ein eingebautes GPS-Empfangsteil, WLAN und UMTS-Datenfunk sowie zwei Kameras für vernetzte und virtuelle Spielerlebnisse. Mit den Kameras werden Augmented-Reality-Spiele möglich, in denen sich zwei animierte Kämpfer in einer von der Kamera aufgenommenen, realen Umgebung kloppen – zum Beispiel auf dem Wohnzimmerteppich. Für Geotagging-Spiele nimmt die Kamera das Bild der Umgebung auf, während die Konsole mithilfe ihrer GPS-Funktion in der Umgebung versteckte Schätze ins Realbild einblendet. Per Funknetz und 3G-Verbindung schließlich sollen sich Spiele nicht nur überall mit Freunden gemeinsam spielen lassen. Ergebnisse, Trophäen oder Erfahrungen mit bestimmten Spielen darf der vernetzte Gamer künftig auch direkt über Facebook und Twitter vermelden. Eine eigene Sony-Gamer-Community namens „near” soll PS-Vita-Besitzer obendrein darüber informieren, welche ihrer Freunde im näheren Umkreis welches Spiel spielen und welche aktuellen Titel in der Stadt oder im ganzen Land am häufigsten laufen. Das ist informativ für den Nutzer und gut für Sony, wenn man dadurch ständig erfährt, welches Spiel dringend zu kaufen ist.

Die PS Vita soll in einer Version mit 3G und GPS-Empfänger kommen sowie in einer reinen WLAN-Variante. Kostenpunkt: knapp 300 und 250 Euro. Die 3G-Modelle werden laut Sony mit SIM-Karten von Vodafone ausgeliefert, für die man einen speziellen Datentarif bei Vodafone buchen kann und zum Dank ein Gratisspiel bekommt. Vertragsdetails wurden bislang aber nicht genannt. Die PS Vita soll auch über andere Mobilfunkprovider kommunizieren. Gemeinsam ist beiden Versionen eine Hardware-Ausstattung, die sich sehen lassen kann: Grafik- und Hauptprozessor bestehen laut Sony aus jeweils vier Kernen, das OLED-Display bietet eine Auflösung von 1280x720 Pixeln. Aktuelle News zur neuen Konsole bringt Sony ab sofort auf einer speziellen PS-Vita-Webseite (siehe „Artikel-Links” unten auf dieser Seite).

DIGITAL-ROOM meint: Die PS Vita dürfte in Sachen Rechenleistung, Audio- und Videotalente aktuellen Tablet-Computern und Edel-Smartphones überlegen sein und viele derer Funktionen nebenbei mit erledigen. Das muss auch so sein, denn iPad und Smartphones graben den mobilen Konsolen mit ihren Touchscreen-Games schon das Wasser ab – nicht unter Extrem-Gamern, wohl aber beim Nachwuchs. Mit der PS Vita kombiniert Sony nun bekannte Konsolen-Elemente mit den Touchscreens aus der Handybranche und innovativen Features wie dem Rückseiten-Touchpad. Jetzt sind die Entwickler an der Reihe, um passend zu diesem „mächtigen Werkzeug” auch wirklich innovative Spiele zu erfinden.

Autor: 
Reinhard Otter
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