Bild: Astra Marketing
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Der Satellitenbetreiber Astra präsentiert den aktuellen „TV-Monitor” – eine Studie zum Fernsehempfang in Deutschland im Jahre 2011 – besonders gerne, denn erstmals empfingen im letzten Jahr mehr Menschen ihr Programm via Satellit als über Kabelanschlüsse. Für den TV-Monitor befragte das Marktforschungsunternehmen TNS Infratest im Auftrag von Astra vergangenen November und Dezember 6000 Fernsehzuschauer.
Demnach nutzen 17,5 Millionen Haushalte Satelliten-Empfang, während 17,3 Millionen ihr Programm via Kabel beziehen. 1,8 Millionen schauen DVB-T per Antenne und 1,3 Millionen Zuschauer via IPTV. Letzteres ist für das Fernsehen übers Internet ein Meilenstein: Erstmals übersprang die IPTV-Verbreitung in Deutschland die Millionengrenze.
Unter den 17,5 Millionen Sat-Haushalten nutzten Ende 2011 laut Astra 90 Prozent oder 15,8 Millionen schon digitale Empfangsgeräte. Umgekehrt müssen noch etwa 1,8 Millionen Satellitenkunden ihre Anlagen auf Digitalempfang umrüsten, bis am 30. April 2012 dieser Übertragungsweg für die meisten Programme wie etwa öffentlich-rechtliche Sender abgeschaltet wird. Laut Astra haben 2011 immerhin 1,2 Millionen Zuschauer diesen Schritt vollzogen. 85 Prozent der befragten Menschen wüssten, was die Analogabschaltung Ende April in der Praxis bedeutet, so Astra in seiner Pressemitteilung zum TV-Monitor 2011.
Über Satellit hat auch die HDTV-Nutzung einen hohen Stellenwert erlangt: 5,9 Millionen Satelliten-Nutzer in Deutschland empfangen bereits TV-Programme in den Bildformaten 720p oder 1080i. Astra will nach eigenen Angaben bis Ende des Jahres über 50 Sender in HDTV ausstrahlen. Zum Termin der Analogabschaltung kommen bereits zehn Weitere zu den bislang 36 HDTV-Kanälen hinzu (DIGITAL-ROOM berichtete).
Keine aktuellen Zahlen gab es zur Akzeptanz der via HD+ verschlüsselten privaten HDTV-Sender. Zuletzt hatte die Astra-Tochter HD+ im November 2011 gut 300.000 zahlende Kunden und etwa 1,56 Millionen Nutzer in der kostenlosen einjährigen HD+-Testphase mit einer mitgelieferten Smartcard gemeldet. Etwas weniger als ein Drittel aller HDTV-Zuschauer via Satellit nutzt also das verschlüsselte Angebot, für das nach der kostenlosen Testphase 50 Euro pro Jahr für den HD-Empfang der werbefinanzierten Privatsender anfallen.
Über die HDTV-Nutzung im Kabel macht Astra keine Angaben, allerdings empfangen laut der Studie noch 54 Prozent der Kabelhaushalte ihr Programm analog – und damit grundsätzlich in SD-Auflösung. Die Zahl der HD-Nutzer dürfte aber auch hier steigen, denn laut der TNS-Umfrage planen 20 Prozent aller deutschen Haushalte in den nächsten 12 Monaten den Kauf eines HDTV-Receivers. Astra ließ auch die Akzeptanz von HDTV abfragen – mit dem wenig überraschenden Ergebnis, dass sich HDTV-Zuschauer zu zwei Dritteln mehr HD-Sender wünschen – ob sie diese lieber verschlüsselt oder frei empfangen wollen, ließ Astra offenbar nicht fragen.
DIGITAL-ROOM meint: Der Sat-Empfang profitiert kräftig von der Digitalisierung und neuen HDTV-Angeboten. Zwar gibt es noch immer Haushalte, die ihr Programm analog via Satellit empfangen. Der eine oder andere davon wird wohl im Mai in die Röhre – oder als Notlösung eben via DVB-T – schauen. Andererseits schafft erst die Analogabschaltung auf dem Satelliten – und in den Budgets der Sender – Platz für neue HDTV-Sender. Die Kabelnetze sollten sich endlich ernsthaft engagieren, um in diesem Innovations-Wettbewerb zu bestehen. Erster Schritt: Mit Unity Media schaltet einer der großen Netzbetreiber demnächst die Grundverschlüsselung digitaler Privatsender ab. Das geschieht zwar auf Druck des Kartellamtes, um die Fusion mit Kabel Baden-Württemberg zu ermöglichen, doch der Schritt wird dem Netzbetreiber auf jeden Fall gut tun, weil so die Hürde zum Digitalumstieg schrumpft. Als nächstes muss auch HDTV im Kabel und per Satellit diesen Premiumstatus aufgeben. Wer die Technik auf Dauer bei mehr als einem Drittel der Zuschauer etablieren möchte, der muss Free-TV-Sender frei verfügbar machen – unabhängig vom Verbreitungsweg.
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