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(6) 28.10.2011

Save.tv-App steuert Online-Videorecorder

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Aufnahmen von Save.tv lassen sich jetzt auch per App steuern sowie auf iPhones, iPads und Android-Geräten anschauen – ein erster Test.Die Save-TV-App für iPhone, iPad und Android-GeräteBild: DR

Der Online-Videorecorder „Save.tv” bietet seit dem 27. Oktober eine eigene App für das iPhone und das iPad von Apple sowie für Android-Smartphones und -Tablets an. Mit dem Programm lässt sich der Aufnahmedienst außer am stationären Computer auch unterwegs nutzen. Das ging bislang schon über die Webseite mobile.save.tv, die App macht den Zugriff aber komfortabler. Man kann damit die Programmübersicht abrufen, Sendungen zur Aufnahme programmieren und Mitschnitte aus dem eigenen Onlinearchiv mobil anschauen.

Save.tv zählt neben „bong.tv” und „Shift.tv” zu den bekanntesten Online-Videorecordern in Deutschland. DIGITAL-ROOM hat alle drei bereits vor einiger Zeit getestet – das Video dazu finden Sie unten auf dieser Seite. Save.tv erlaubt es seinem Nutzer, gegen eine monatliche Gebühr ab 4,99 Euro, beliebig viele Sendungen fast aller Free-TV-Sender aufzunehmen und im virtuellen Speicher zu sammeln. Ausnahme: RTL. Mit diesem Sender liegen die Save.tv-Betreiber rechtlich im Clinch – sein Programm wird für Aufnahmen ausgespart.

Die Mitschnitte fertigt der Dienst wie ein per Timer programmierter Videorecorder. Dabei sind auch intelligente Serienaufnahmen möglich, indem man etwa den Begriff „Tatort” als eigenen „Channel” programmiert. Dann nimmt Save.tv alle Folgen der Krimiserie auf. Die fertigen Mitschnitte kann man nach der Sendezeit bei Save.tv als Stream anschauen oder auf die eigene Festplatte herunterladen. Die neue App ermöglicht zuvorderst die Programmierung des Online-Videorecorders über Smartphones und Tablet-Computer.

Um neben der Programmierung via App die Aufnahmen auch per Smartphone anschauen zu können, ist allerdings ein „XL-Account” notwendig. Der kostet je nach Vertragslaufzeit zwischen 9,99 und 14,99 Euro pro Monat. Nur mit diesem Premium-Account nimmt Save.tv Sendungen im iPhone- und iPad-kompatiblen Videoformat H.264 auf, im günstigeren Tarif gibt es nur XviD-Dateien, die von Apple-Geräten nicht wiedergeben können. Nebeneffekt: Für XL-Nutzer schneidet Save.tv aus Aufnahmen auf Wunsch auch die lästigen Werbepausen heraus und stellt die Aufnahmen wahlweise in voller PAL-Auflösung oder in Smartphone-optmierter Bildgröße mit 480x270 Pixeln zur Verfügung.

Im Praxistest bei DIGITAL-ROOM machte die App einen ausgereiften Eindruck. Wie die Web-Version von Save.tv umfasst sie einen kompletten elektronischen Programmguide, in dem man Sender für Sender oder Tag für Tag das Programm aller Free-TV-Kanäle durchkämmen kann. Dazu listet die App TV-Highlights in verschiedenen Rubriken wie „Film”, „Serien” oder „Musik”. Eine Suche nach Zeiten, Rubriken und Suchbegriffen rundet den EPG gelungen ab. Zu fast jeder Sendung liefert Save.tv Inhaltsangaben – und eine Schaltfläche, über die man die Aufnahme programmiert. Alles weitere funktioniert automatisch. Nach der Sendung kann man den Mitschnitt in der Abteilung „Meine Aufnahmen” abrufen.

Mit dem XL-Testaccount klappt der Abruf der Aufnahmen per Videostreaming problemlos und sowohl im lokalen WLAN als auch per 3G-Mobilnetz in guter Bildqualität und ohne Ruckeln. Allerdings fallen im Mobil-Videoformat pro Stunde TV-Programm knapp 300 Megabyte an Daten an. Man sollte deshalb unterwegs keine langen TV-Mitschnitte anschauen. Denn das Datenaufkommen Aufnahmen nagt kräftig am Inklusiv-Datenvolumen üblicher Smartphone-Tarife. Dieses beträgt je nach Tarif meist zwischen 300 Megabyte und 3 Gigabyte pro Monat – also zwischen gut einer und zehn Stunden Save.tv-Aufnahmen. Ist es ausgeschöpft, dann drosselt der Mobilfunkbetreiber den Download üblicherweise auf eine Datenrate von maximal 64 kbit/s.

In privaten und öffentlichen WLAN-Netzen kann man dagegen nach Herzenslust TV-Mitschnitte gucken, was im Test schnell und in guter Qualität klappte. Save.tv schneidet auf Wunsch auch Werbepausen sowie Vor- und Nachlauf des Onlinevideorecorders aus den Aufnahmen heraus. Das klappte mit wenigen Ausnahmen fehlerfrei. Immer mal wieder meldet der Dienst, dass es zu einer Aufnahme keine solche Schnittliste gäbe – in der App ist das daran zu erkennen, dass die Schaltfläche „Stream ohne Werbung” inaktiv ist. Selten kam es im Test vor, dass eine Aufnahme per Schnittliste mitten in der Serienepisode beendet wurde. Dieser Effekt sorgte für den einen oder anderen Aufschrei beim Nachwuchs, als die tägliche Folge der „Pinguine aus Madagascar” auf dem iPad vor dem Schluss jäh endete und "Spongebob" startete.

Apropos iPad: Die App ist in ihrer iOS-Version als Universal-App konzipiert. Das bedeutet, sie läuft auf dem iPhone, iPod Touch und iPad jeweils in optimierter Auflösung. Die iPad-Version ist allerdings nur eine vergrößerte Variante der iPhone-App, die wie auf dem Smartphone ihr Menü nur hochkant zeigt. Da wurde an einer benutzerfreundlichen iPad-Variante gespart, in der das größere Display des Tablets etwa im Querformat für einen übersichtlichen Programmguide mit mehreren parallel angezeigten Sendern genutzt wird. Doch für derlei Optimierungen sind ja künftige Updates möglich.

DIGITAL-ROOM meint: Die Save.tv-App ist eine feine Sache, denn sie erweitert und vereinfacht die Nutzung des Online-Videorecorders auf mobilen Geräten. Allerdings ändert das nichts daran, dass der dafür notwendige XL-Account von Save.tv für 9,99 Euro pro Monat bei jährlicher Buchung alles andere als ein Schnäppchen ist. Wer aber einmal angefangen hat, seine Lieblings-Filme und -Serien von Save.tv automatisch mitschneiden zu lassen, der möchte diesen Komfort nicht mehr missen.

Autor: 
Reinhard Otter
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