Bild: Apple, DR
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Apps, mit denen sich die audiovisuellen Inhalte von TV-Sendern abrufen lassen, gibt es einige – zum Beispiel die Tagesschau-App, Videosammlungen von Pro7 oder Sat1 sowie Nachrichten-Apps mit Videos von NTV oder N24. Eines der profiliertesten Online-TV-Archive bietet allerdings schon seit Jahren das ZDF – nur bislang nicht als App. Das ist seit einer Woche anders – und stolz berichtet der Sender von 390.000 Downloads der App binnen sieben Tagen. Nach dieser Schonfrist haben wir uns die App näher auf dem iPhone und iPad angeschaut.
Die App ist in einer kombinierten Version für das iPad und das iPhone zu haben. Die Gestaltung der Startseite wirkt auf den ersten Blick aufgeräumt und logisch – aktuelle Themen und Beiträge erscheinen auf dem iPad als Teaserflächen links und in Form von Listen für Tipps, meistgesehene und neueste Beiträge rechts (Bild oben). Auf dem iPhone erscheinen die drei Top-Themen im senkrecht sortierten Hauptmenü zuoberst, die weiteren Listen darunter. Jede Liste hat neun Einträge – so viele wie auf eine Bildschirmseite passen. Man kann sie zwar mit dem Finger nach unten streichen, gelangt dann aber nur zu Schaltflächen wie etwa der „weiter”-Taste auf dem iPad. Das typische Durchsuchen längerer Listen per Fingerwischen ist zumindest auf dem iPad nicht vorgesehen.
Eine Suchfunktion, das Sendungsverzeichnis von A bis Z und andere Menüpunkte sind durch Piktogramme gekennzeichnet und leicht auffindbar. Die Suche rief in unserem Praxistest zuverlässig alle Beiträge etwa zum Stichwort „heute Show” auf die Listenansicht. Aber: Hinter kaum einem der angebotenen älteren Beiträgen ließ sich ein Video starten. In der Web-Version der Mediathek liefen dagegen alle Beiträge der Satire-Sendung mit Oliver Weltke und Martin Sonneborn problemlos – auch am iPhone und iPad. Die normale Webseite der ZDF-Mediathek mahnt auf dem Apple-Tablet zwar immer wieder die Installation eines Flash-Players an. Videos lassen sich per Fingertippen auf die Abspiel-Links weiter unten auf den jeweiligen Bildschirmseiten aber dennoch starten. Und die Mobilversion der Mediathek für Smartphone-Displays kennt diese Schwierigkeiten erst gar nicht.
Eine weiteres Problem der App ist die Tatsache, dass sie jedes Mal komplett neu startet, wenn man zwischendurch einen Anruf entgegennimmt oder eine andere App aufruft. Der Startvorgang danach dauert im WLAN-Betrieb an einem schnellen Onlinezugang nicht lange, die App ruft dann aber wieder ihr Startmenü auf. Das zuvor angeschaute Video muss man erneut suchen und aufrufen. Auf der Webseite der Mediathek dagegen bleiben das Video oder die jeweilige Menüseite aktiv, wenn man zu einer anderen Anwendung und wieder zurück wechselt.
Technische Schwierigkeiten gab es mit der Mediatheken-App im Praxistest ansonsten nicht. Die Videos, die über die Beiträge abrufbar waren, erschienen in guter Bildqualität auf den Displays der mobilen Apple-Geräte. Auch Livestreams bietet die App – etwa Nachmittagsserien wie „Herzflimmern” oder die Nachrichtensendungen des ZDF. Hier gab es allerdings immer wieder Aussetzer und Wiederholungen einzelner Sequenzen. In den Rezensionen im App-Store von Apple berichten einige Benutzer indes von sehr langen Start- und Wartezeiten im mobilen Betrieb über 3G-Netze, über regelmäßige Fehlermeldungen sowie ungewollte Neustarts der App. Vor allem aber dominiert auch unter den Nutzern der Ärger über Beiträge, zu denen sich in der App keine Videos starten lassen.
DIGITAL-ROOM meint: In unserem Videotest der besten TV-Apps gab es Lob dafür, dass die ZDF-Mediathek auf allen Smartphone-Plattformen über eine mobile Webseite abrufbar ist. Zurecht: Die Mobilseite funktioniert im Alltag prima. Mit seiner Mediatheken-App dagegen versagt der Mainzer Online-TV-Primus kläglich. Einerseits schade, wenn nicht peinlich, aber andererseits: Löschen Sie die Gratis-App einfach wieder und setzen Sie stattdessen ein Lesezeichen der URL zur ZDF-Mediathek auf den Menüscreen ihres Mobilgerätes – auf dem Smartphone die ZDF-Mobilseite, auf dem Tablet die normale ZDF-Mediathek. Dort sind alle Videos zu sehen – und das weitgehend unabhängig vom Betriebssystem. Schade um die Fernsehgebühren für die App-Entwicklung.
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