Bild: Samsung
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Zwar hat Steve Jobs 2011 zum Jahr des iPad 2 ausgerufen. Doch schaut man bei der Konkurrenz in die Runde, dann könnte es auch als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem sich die iPhone- und iPad-typische Bedienung in allen möglichen anderen Gerätetypen etabliert haben. Beispiel Samsung: Der koreanische Hersteller hat nicht nur die recht erfolgreichen Apple-Konkurrenten Galaxy S und Galaxy Tab mit dem Mobil-Betriebsystem Android im Angebot. Er rüstet im Modelljahr 2011 auch immer mehr Geräte mit App-ähnlichen Benutzeroberflächen aus. Das sind neben Camcordern und Digitalkameras vor allem seine neuen LCD-/LED- und Plasma-TV-Geräte.
In den internetfähigen Flat-TVs von Samsung soll künftig eine gemeinsame Benutzeroberfläche alle wesentlichen Funktionen des Gerätes auf einen Blick zeigen (siehe Abbildung oben). Man könnte sie „Desktop” oder „Schreibtisch” nennen wie am Computer; Samsung bezeichnet das Hauptmenü als „Smart Hub”. Hier ist das laufende TV-Programm oben links eingeblendet, daneben reihen sich Video-On-Demand-Angebote und die sogenannten Samsung-Apps auf – kleine Programme mit Onlinefunktionen wie YouTube oder TV-Mediatheken. Darunter sind besonders empfohlene Internet-Dienste wie Facebook, Twitter oder Skype gelistet und in der unteren Bildschirmhälfte tauchen Funktionen des Fernsehers selbst auf. Dazu zählen die Netzwerk-Anbindung, um etwa Digitalfotos per DLNA-Datentransfer von einem Computer auf den TV zu holen – bei Samsung heißt diese Funktion „Allshare”. Daneben lassen sich hier auch bestimmte Zuspieler auswählen. Und zu guter letzt kann über diesen Bereich des Smart-Hubs sogar ganz normal fernsehen.
Spannend an der gemeinsamen Benutzeroberfläche ist die übergreifende Kontrolle über verschiedene Inhalte: Laut Samsung lässt sich per Gesamt-Stichwortsuche im TV-Menü nach Inhalten aus dem Internet, in allen aktiven Online-Videotheken und in angeschlossenen Medienspeichern des lokalen Netzwerks suchen. Die neuen Top-Modelle der Serien 7090 und 8090 haben obendrein vollwertige Web-Browser, die nach Samsung-Angaben sogar Videos und grafisch gestaltete Internetseiten im Flash-Format anzeigen.
All diese Funktionen steuert standardmäßig die TV-Fernbedienung. So richtig bequem wird die Internet- und Suchfunktionen aber erst mit einem Touchscreen-Gerät inklusive Text-Tastatur. Dafür hat Samsung bereits seit letztem Jahr die so genannte „QWERTZ Remote” App für Adroid-Handys und -Tablets von Samsung im Programm. Mit ihr lassen sich alle Funktionen heutiger und künftiger Netzwerk-TVs von Samsung steuern (siehe auch Videobeitrag unten). Diese App ist als „TV Remote” übrigens auch für das iPhone und den iPod Touch zu haben, nicht aber für Android-Geräte anderer Hersteller.
Noch im Teststadium ist die Tablet- und Smartphone-App „2ndTV” von Samsung. Sie soll ab April für Android-Geräte verfügbar sein und die neuen Samsung-Fernseher nicht nur steuern. Die App holt sich auf Wunsch auch das laufende TV-Programm vom Fernseher auf das Handy- oder Tablet-Display. Dabei mutieren solche Mobilgeräte nach den Plänen von Samsung zu Zweit-TVs – man kann damit das laufende Fussballspiel weiter gucken, während man etwa in der Küche Getränke-Nachschub besorgt. Über die App sollen sich aber auch andere Inhalte als auf dem TV zeigen lassen – zum Beispiel Videos von externen Zuspielern oder Fotos von einem DLNA-Netzwerk-Server. In der zweiten Jahreshälfte soll es auch TV-Geräte mit Twin-Tuner geben, so dass man auf dem kleinen Tablet ein anderes Fernsehprogramm sehen kann als auf dem großen Flat-TV. Auf Nachfrage von DIGITAL-ROOM erklärte Samsung, dass die 2nd-TV-App auch in einer iPhone- und iPad-Version geplant ist. Und für Smartphone- und Tablet-Muffel soll es in der zweiten Jahreshälfte eine spezielle Touch-Screen-Fernbedienung geben, die ausschließlich die Funktionen der TV-Apps beherrscht.
DIGITAL-ROOM meint: So wird der Fernseher vollends zur Medienzentrale. Samsung zeigt ein sehr ausgereiftes Konzept, um künftig das TV-Programm, Videos aus dem Internet und Digitalfotos aus dem lokalen Netzwerk in einer gemeinsamen Oberfläche zu steuern. Wenn das in der Praxis ähnlich elegant klappt wie bei den ersten Präsentationen, dann müssen sich andere Hybrid-TV-Anbieter warm anziehen. Denn allein steht Samsung mit seinen Plänen nicht da: Panasonic hat auf der Consumer Electronic Show (CES) im Januar ebenfalls eine Tablet-Fernbedienung mit Videostreaming-Funktion gezeigt und erst vor wenigen Tagen Pläne für TV-Apps vorgestellt. Und Google TV mit seinem aktuellen Partner Sony kämpfen zwar noch um Inhalte und Senderechte, bietet aber einen ähnlichen Ansatz. Im Interesse des Kunden ist bei all diesen Ideen vor allem, dass er die explodierenden Funktionen moderner Flat-TVs ebenso einfach und intuitiv kontrollieren kann wie zum Beispiel ein iPad.
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