Bild: Linn
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Es ist so etwas wie der Ritterschlag der High-End-Szene: Apple-Geräte sollen künftig Musik direkt auf Stream-Player von Linn schicken können. iTunes-Nutzer und Besitzer eines iPhone, iPod touch oder iPad müssen den Linn dann nur im sogenannten Airplay-Menü auswählen. Das Apple-Streaming, bislang eher auf Mainstream-Geräten und Lautsprecher-Docks zu Hause, wäre damit im exklusiven Kreis audiophiler Klangodien angekommen. Denn wer einen Linn kauft, meint es ernst mit dem HiFi-Hobby. Schließlich kosten die Produkte mit Bezeichnungen wie Sneaky Music DS, Majik DS, Akurate DS oder Klimax DS zwischen 1.450 und 15.000 Euro. Die gerade erst vorgestellten Modelle der DSM-Reihe reichen bis 17.800 Euro und sind mit zusätzlichen HDMI-Anschlüssen als klangoptimierte Schaltzentralen fürs Heimkino gedacht.
Möglich wird die Funktion durch ein Update der Linn-Gerätesoftware. Im Prinzip nichts Neues: Der schottische Hersteller versteht Updates als Teil seines nachhaltigen Produktkonzepts. Selbst Geräte der ersten Generation aus dem Jahr 2007 werden regelmäßig aktualisiert und auf den neuesten Stand gebracht. Die jüngste Firmware soll unter anderem das Streaming von Apple-Geräten unterstützen – und zwar nicht nur auf neuen Playern, sondern auch auf allen DS-Modellen, die bereits verkauft wurden. Linn spricht dabei ausdrücklich nicht von Airplay, weil die lizenzpflichtige Apple-Technologie besondere Netzwerk-Chips aus dem Hause BridgeCo verlangt. Die schottischen Streaming-Spezialisten wollen die Lösung stattdessen mit Software-Programmierung erreicht haben, was eine problemlose Geräte-Aktualisierung erst möglich macht. Ansonsten müsste man in frühere Player-Generationen nachträglich Mikrochips einlöten.
Klar ist auch, dass die Datenströme vom iPhone oder iPad das Klangpotential der Player nicht voll ausschöpfen. Ein Linn kann High-Resolution Audiodateien bis zur Auflösung 24 Bit/192 Kilohertz abspielen, die Airplay-Übertragung ist aber auf CD-Qualität (16 Bit/44,1 kHz) begrenzt. Sollte Apple daran in Zukunft etwas ändern, könnte Linn auch darauf reagieren und ein weiteres Software-Update anbieten. Die Veröffentlichung der neuen Geräte-Firmware ist noch für Oktober 2011 geplant. In gewohnter Manier kann sie mit Hilfe das Verwaltungsprogramms Konfig aus dem Internet heruntergeladen und übers Netzwerk installiert werden.
Das Update ist Teil einer Software-Initiative von Linn, zu der auch neue Steuer-Apps für Apple-Geräte zählen (siehe Zusatz-Info unten auf dieser Seite). Ein kommendes Computer-Programm namens Songcaster soll es außerdem ermöglichen, den Ton beliebiger Anwendungen vom Notebook oder PC auf Stream-Player im Netzwerk zu übertragen. Schon heute akzeptieren Linn-Geräte alle gängigen Audio-Formate von AAC über ALAC und AIFF bis hin zu FLAC, WAV und WMA. Als Musikquelle im heimischen Netzwerk eignen sich gängige UPnP-Server wie Twonky oder AssetUPnP und Webradio-Stationen.
DIGITAL-ROOM meint: Wenn Linn es schafft, seine Stream-Player ohne weitere Hardware im Airplay-Menü auftauchen zu lassen, dann könnte das auch anderen Herstellern gelingen. Vielleicht gibt es bald mehr Geräte, die Airplay unterstützen, ohne lizenzpflichtige Technik dafür zu verwenden. Allerdings hat Linn hier einen gewaltigen Vorsprung: Die Briten entwickeln und programmieren ihre Player selbst, und das seit Jahren. Sie kaufen keine vorgefertigten Streaming-Lösungen von Drittherstellern zu.
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