Bild: Deutsche Telekom
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Ab dem ersten März können sich Kunden der Telekom Deutschland über neue private HD-Sender freuen, die per IPTV über „Entertain” ausgestrahlt werden. Der Clou: Die HDTV-Programme werden nicht wie üblich in ihren Aufnahme- und Wiedergabefunktionen eingeschränkt. Zeitgleich kommen außerdem mehr Entertain-Kunden als bisher in den Genuss hochauflösender TV-Bilder.
Neu im HDTV-Angebot sind die privaten HDTV-Sender Pro7 HD, Sat 1 HD sowie die HD-Varianten von Kabel 1, Sixx, Tele5 und N24. Die HDTV-Sender werden zusammen mit den bereits laufenden Sendern Sport 1 HD, VIVA HD, Nickelodeon HD, Comedy Central HD und MTV Live HD in ein kostenpflichtiges HDTV-Senderpaket geschnürt. Alle Entertain-Kunden können es aber vorerst für 12 Monate kostenlos sehen – ähnlich wie bei der Satelliten-Plattform HD+. Danach werden für den Empfang 4,95 Euro pro Monat fällig – also knapp 60 Euro pro Jahr. Das Paket soll monatlich kündbar sein.
Alle HDTV-Sender lassen sich auf die Festplatte des Media Receivers aufzeichnen. Bei der Wiedergabe gelten laut Telekom-Sprecher Malte Reinhardt keinerlei Einschränkungen – man kann in Aufnahmen oder beim Timeshiften also beliebig vor und zurück spulen. Das ist bei den HD-Sendern von RTL, Pro7, Sat1 und Co. in der Ausstrahlung via Satellit und auch beim IPTV-Konkurrenten Vodafone TV nicht möglich. In den Kabelnetzen von Kabel BW, Unitymedia und Kabel Deutschland sind Aufnahmen der HD-Programme von Pro7Sat1 & Co. offenbar ebenfalls vorspulbar, wie Kabelnutzer im Internet berichten. Reinhardt betonte gegenüber DIGITAL-ROOM, man wolle auch Entertain-Kunden solche Einschränkungen im TV-Komfort ersparen. Deshalb habe es auch längerer Verhandlungen bedurft, bis Pro7, Sat1 und Co. ihre HD-Kanäle unter diesen Bedingungen bereitstellten. Die Freigabe der Aufnahme- und Wiedergabefunktionen bei privaten HD-Sendern sei dauerhaft, so Reinhardt.
RTL HD und die übrigen HDTV-Kanäle der RTL-Gruppe (RTL2 HD,Vox HD) fehlen vorerst im neuen Entertain-Programmpaket. Das habe zumindest in der offiziellen Sprachregelung nichts damit zu tun, dass die Telekom die vom Kölner Sender immer wieder vehement geforderte Sperre von Recorderfunktionen nicht akzeptiert, umschifft Reinhardt die Frage und sagt: „Wir befinden uns in konstruktiven Verhandlungen mit RTL über eine Einspeisung ihrer HD-Sender”.
Weitere Neuerung: Künftig können alle IPTV-Kunden der Telekom die privaten wie auch die kostenlos empfangbaren öffentlich-rechtlichen HD-Sender sehen – nicht mehr nur VDSL-Nutzer, die mindestens 10 Euro extra für den Datenturbo von 25 bis 50 Mbit/s bezahlen. Hochauflösendes Fernsehen ist jetzt auch über Internet-Leitungen ab DSL 16.000 zu haben – bei der Telekom die Mindestvoraussetzung für einen IPTV-Anschluss. Nutzer sollen die Möglichkeit haben, HDTV-Sender über die Einstellungen der Empfangsbox freizuschalten. Einschränkung: An 16-Mbit/s-Anschlüssen kann man dann laut Telekom nur noch eine Sendung anschauen oder aufnehmen. Um mehrere SD-Streams parallel sehen und mitschneiden zu können, muss der HDTV-Empfang wieder manuell abgeschaltet werden. VDSL-Kunden können dagegen eine HDTV-Sendung anschauen während sie eine zweite mitschneiden – und haben so auch weiterhin einen Vorteil gegenüber Zuschauern mit günstigerem DSL 16.000.
Anfang Mai will die Telekom auch die neuen öffentlich-rechtlichen HD-Kanäle von 3Sat, Kika, ZDF Neo, ZDF Info, Phoenix und einigen Dritter Programme via Entertain aufschalten, so Malte Reinhard auf Nachfrage von DIGITAL-ROOM. Nach heutigem Stand seien dann insgesamt 41 HDTV-Sender über Telekom Entertain zu sehen. Neben den frei empfangbaren Sendern (17 Kanäle inklusive 3D-Kanal) und dem Privatsender-Paket (11 Sender) zählen dazu zehn Spartenkanäle des Pay-TV-Paketes „HD”, die Bundesliga-HD-Livekanäle sowie die Vereinssender „HSV total! HD” und „BVB total! HD”.
DIGITAL-ROOM meint: Der HDTV-Deal der Telekom mit Pro7Sat1 und weiteren privaten HD-Sendern ist ein großer Wurf. Nicht die Tatsache dass, sondern wie sie künftig über das Entertain-Paket gesendet werden, ist wegweisend: ohne Einschränkungen. Dass die werbefinanzierten HD-Sender nach einem Jahr extra kosten, ist lästig. Aber zumindest gibt es keine lange Vertragsbindung und auf den anderen Verbreitungswegen zahlt man ja ebenfalls drauf. Dass obendrein alle Entertain-Kunden mit DSL 16.000 quasi übernacht HDTV bekommen, macht die Umstellung vollends zur HD-Offensive, die die Telekom offensiv bewirbt. Vielleicht ist der Deal ja der Anfang vom Ende der Aufnahmerestriktionen im privaten HDTV. Hoffentlich, denn keine andere Funktion liefert Sendern, Zuschauern und Übertragungsplattformen so wenig Nutzen – bei so viel öffentlicher Kritik.
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