Bild: SevenOne Media
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Bislang wurde der Internet-Standard HbbTV auf Fernsehern vor allem für programmbegleitende Informationen genutzt. Doch dabei wird es nicht bleiben: „Interaktive Spots auf dem Hybrid-TV bestimmen die Kommunikation von morgen“, erklärt Thomas Port, Geschäftsführer des Werbevermarkters Seven One Media. Wie so etwas aussieht, zeigt das Tochterunternehmen der Sendergruppe ProSiebenSat.1 gerade im laufenden Programm. Bis 4. Dezember ist auf ProSieben, Sat.1 und Kabel eins ein Werbespot zu sehen, der die Möglichkeiten von Smart-TVs zur direkten Kundenansprache nutzt.
Volkswagen bewirbt darin die jüngste Version seines Käfer-Nachfolgers „Beetle”. Während des Spots wird eine Hinweistafel eingeblendet, die den Zuschauer zum Druck auf die rote Taste seiner Fernbedienung auffordert (Abbildung oben). Wer einen Smart-TV mit HbbTV besitzt gelangt über diese „Red Button”-Funktion ins HbbTV-Angebot des jeweiligen Senders. Dort hat VW eine Mini-Webseite installiert, die laut SevenOne Media nicht nur die Konfiguration des Wunschautos erlaubt – in voller Bildschirmgröße wird der Beetle in 360 Grad-Perspektive präsentiert –, Interessenten sollen auch eine Probefahrt vereinbaren oder ihre Kontaktdaten für weitere Informationen hinterlassen können.
Auf der IFA 2011 in Berlin hatten VW und die Sendergruppe in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme (Fokus) das Projekt als Showcase präsentiert. Nun ist das HbbTV-Paket online, das Fernsehspot und Internet-Angebot direkt miteinander verknüpft. Eine andere Werbung der Team Bank AG lief laut SevenOne Media bereits im Oktober.
DIGITAL-ROOM meint: Die kritische Masse ist bald erreicht: Laut Herstellerverband gfu waren im Juni 2011 bereits 61 Prozent aller verkauften TV-Geräte über 2000 Euro mit HbbTV ausgestattet. Laut eigenen Marktforschungen der SevenOne Media besitzt jeder zehnte Deutsche über 14 Jahren ein TV-Gerät mit Web-Zugang. Allerdings haben nur 38 Prozent davon ihren Fernseher auch tatsächlich ans Internet angeschlossen. Erhebungen des IT-Branchenverbandes Bitkom gehen sogar nur von 13 Prozent aus. Wenn dieser Anteil steigt, wird auch die Zahl der interaktiven TV-Spots zunehmen. Denn für Werbekunden hat diese Form der Präsentation einen entscheidenden Vorteil: Ihr Erfolg lässt sich messen. Wer den Red Button auf der Fernbedienung drückt, hat den Spot nicht nur gesehen, er fühlt sich davon auch angesprochen.
Update, 15.11.2011: Laut einer Meldung des Branchendienstes Horizont.net experimentiert auch das Versandunternehmen Otto mit HbbTV in Werbespots. Die Weihnachtskampagne mit drei Spots auf großen Privatsendern leite den Kunden auf Knopfdruck direkt auf spezielle Webseiten.
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