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(30) 30.08.2011 | Wissen | Video: 4:21 Min.

IFA-Trends 2011: Alles schon mal dagewesen?

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Es ist wieder IFA-Zeit: Zur weltgrößten Schau für Konsumelektronik in Berlin überbieten sich die Hersteller ritualisiert mit Superlativen. Jedes Jahr werden die Produkte digitaler, multimedialer, dreidimensionaler. Messebesuchern mit Langzeitgedächtnis kommt die eine oder andere „brandneue“ Technik trotzdem bekannt vor. Das wird besonders deutlich, wenn man auf die Neuheiten der IFA 2001 blickt. Warum ausgerechnet diese Funkausstellung?

Vor zehn Jahren zeigte sich erstmals der flächendeckende Umstieg auf Digitaltechnik – am deutlichsten mit den ersten DVD-Recordern. Zu Preisen von umgerechnet 2000 bis 3000 Euro für Modelle ohne Festplatte war der digitale TV-Mitschnitt ein teures Vergnügen. Und ein riskantes dazu: Philips, Sony und Thomson setzten auf die DVD+RW, Pioneer auf die DVD-R und -RW, Panasonic auf die DVD-RAM. Der Disput ging aus wie das Hornberger Schießen – schlussendlich unterstützten alle Firmen (fast) alle Disc-Typen, jeder zahlt jedem Lizenzen und keiner ist zufrieden. Aber nicht nur die Videoaufzeichnung, auch das klassische Radio wollte man schon damals digitalisieren. Mit DAB (Digital Audio Broadcast) stand die Technik bereit. Folgerichtig zeigten 2001 Firmen wie Grundig, Kenwood oder Pioneer ihre DAB-Autoradios. Mit Preisen von rund 500 Euro waren die allerdings sehr teuer. Viel schlimmer: Weil die Bundeswehr Störungen befürchtete, durften die DAB-Sender nur mit einem Kilowatt Leistung funken – zu wenig für den Empfang in schlechten Lagen oder mit Zimmerantenne.

2011 ist das anders. Mit DAB+ wollen private und öffentlich-rechtliche Stationen den Umstieg aufs Digitalradio schaffen. Bundesweit sind 14 Programme im neuen Format zu empfangen, die regionalen öffentlich-rechtlichen Radios wollen bis 2013 ihre Gebiete ebenfalls flächendeckend versorgen – und zwar allesamt mit mehr Leistung. Für den bundesweiten Multiplex sind pro Sendemast zehn Kilowatt vorgesehen. Diesmal könnte es mit dem Digitalradio also klappen, zumal auch die Empfänger bereits ab 50 Euro angeboten werden. Falls der Netzausbau wider Erwarten stockt, ist der Zug aber endgültig abgefahren – dann dürften die Deutschen ihr Radioprogramm auch unterwegs übers Internet hören.

Unterhaltungselektronik und Computertechnik verschmelzen – am deutlichsten zeigen das die aktuellen TV-Geräte: Ab der Mittelklasse sind Netzwerkanschluss und Internet-Zugang Standard. Auf Senderseite entsteht mit HbbTV die Schnittstelle zwischen laufendem TV-Programm und Webangeboten der Broadcaster – unter anderem auch deren Mediatheken. Der Vorläufer von HbbTV hieß MHP. Die Multimedia Home Platform versprach den Zuschauern 2001 mehr Interaktion mit dem laufenden Programm. Doch nur die leistungsfähigsten Prozessoren beherrschten damals das Java-basierte MHP. Ein Empfänger für digitales Fernsehen – 2001 mit Preisen um rund 300 Euro ohnehin kein Schnäppchen – kostete als MHP-Version gleich doppelt so viel. Entsprechend gering war das Interesse an der Set-Top-Box TU-DSF 41 von Panasonic oder Sonys Röhren-Fernseher KD-32 NS 100 mit MHP-fähigem Digitaltuner. Loewe und das Zweite Deutsche Fernsehen versuchten mit Zap2Web etwas ähnliches: In reservierten Bereichen des ZDF-Teletexts übermittelten die Mainzer ihr – damals überschaubares – Onlineangebot. Wurde im laufenden Programm auf die Homepage des ZDF verwiesen, konnten die Zap2Web-Loewe-TVs mit einem Knopfdruck die entsprechende Seite aufrufen. Das Projekt schlief ein – andere Sender hatten kein Interesse mitzumachen. Und umfangreiche Onlineangebote ließen sich im Teletext ohnehin nicht unterbringen.

Auch wenn nicht jede Innovation des Jahres 2001 von Erfolg gekrönt war, so zeugen viele Produktvorstellungen doch vom Weitblick der Entwickler. Ein Unternehmen hat sogar den aktuellen 3D-Trend vorhergesehen. Wer das war – und was aus anderen großen IFA-Trends geworden ist –, zeigt unser Video.

Autor: 
Karl-Gerhard Haas
Kamera: 
Kristijan Arbanas, Archiv
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