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(30) 27.12.2011 | Test | Video: 4:55 Min.

Kindle: Der E-Book-Reader von Amazon im Test

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Der Kindle für 99 Euro ist ein Besteller. Laut Amazon war der E-Book-Reader das meistverkaufte Produkt des Hauses in der Weihnachtssaison 2011. Vom teureren „Kindle Keyboard” (159 Euro) unterscheidet ihn vor allem das kompakte Gehäuse ohne Buchstaben-Tastatur. Zum „Kindle Keyboard 3G” fehlt ihm außerdem ein UMTS-Modul für den mobilen Funkempfang unterwegs. Dafür besitzt der preiswerte Kindle der vierten Generation als erster Amazon-eReader ein komplett übersetztes Bildschirmmenü: Sechs Sprachen von Deutsch über Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch bis Portugiesisch stehen zur Wahl.

Das 15-cm-Display (6 Zoll) zeigt Texte und Bilder mit Elektronischer Tinte an und bietet dabei die gewohnt hohe Auflösung anderer Amazon-Reader (167 dpi). Schriften sehen weniger pixelig aus als auf Geräten mit Flüssigkristall-Bildschirm – von Ausnahmen wie dem Retina-Display des Apple iPhone 4/4S einmal abgesehen. Mehr zum Thema E-Ink erfahren sie in unserem Video „Elektronische Tinte in 100 Sekunden” weiter unten auf dieser Seite.

Eine Besonderheit der eReader von Amazon ist die nahtlose Integration in den hauseigenen Buchshop. Dieser umfasst laut Anbieter rund 850.000 Titel und ist nach Ergebnissen unseres Tests sehr aktuell. Titel können per WLAN direkt am Kindle gekauft werden, ohne einen Computer zu Hilfe nehmen zu müssen. Der umgekehrte Weg ist ebenso möglich: Der Kunde ersteht auf der Amazon-Webseite am PC oder Mac ein E-Book und bekommt es drahtlos auf seinen Kindle geschickt. Eine Verbindung der Geräte per USB entfällt. Da der 99-Euro-Reader kein 3G-Modul besitzt wie das Modell mit Keyboard, funktioniert die automatische Übertragung allerdings unterwegs nicht per Mobilfunknetz. Der eReader muss zur Synchronisation per WLAN mit dem Internet verbunden sein.

Dann stehen auch noch andere Funktionen der Amazon-Cloud zur Verfügung. „Whispersync” etwa gleicht mehrere Lesegeräte, die mit demselben Kindle-Konto angemeldet sind, automatisch ab und merkt sich die zuletzt gelesene Seite. Wer seinen eReader zu Hause neben dem Bett vergisst, kann im Bus am Smartphone oder Tablet die Lektüre fortsetzen. Dafür sorgen kostenlose Kindle-Apps, die es für iPhone, iPad und Android-Geräte gibt. Auch ein Notebook lässt sich mit Gratis-Software von Amazon zum E-Book-Reader umfunktionieren. Obendrein speichern Amazon-Server die komplette Buchsammlung in der Cloud. Gekaufte Titel können laut Anbieter nie verloren gehen, lassen sich beliebig oft und kostenlos auf die zum Konto gehörenden Lesegeräte laden – zumindest solange wie Amazon existiert und diesen Service seinen Kunden anbietet.

Die Verbindung mit der Cloud relativiert auch den Speicherbedarf auf dem Gerät. Denn anders als E-Book-Reader von Kobo, Weltbild oder Sony besitzt der Kindle keinen Steckplatz für SD-Karten, mit dem sich das Fassungsvermögen vergrößern ließe. Der interne Speicher muss reichen – was mit Platz für mehr als 1400 Bücher in der Regel auch der Fall sein dürfte. Ansonsten werden einfach Bücher gelöscht und bei Bedarf erneut auf den Kindle geladen.

Nachteil des ausgeklügelten Amazon-Systems ist die Geschlossenheit gegenüber E-Books anderer Anbieter. Zwar lassen sich PDF-Dateien per E-Mail auf den Kindle schicken, um sie dort anzuschauen; auch ungeschützte Bücher im MOBI-Format kann der eReader öffnen. Der weit verbreitete Standard EPUP und Titel mit Adobe DRM bleiben jedoch ausgesperrt. Amazon verwendet im Dateiformat AZW sein eigenes Digitales Rechtemanagement und erlaubt keinen Import von Büchern aus Quellen wie Thalia.de, Libri.de oder Buecher.de. Warum der Kindle für 99 Euro nach Meinung von DIGITAL-ROOM trotzdem zu den besten Lesegeräten auf dem Markt gehört, zeigt ausführlich unser Test-Video.

Autor: 
Jochen Wieloch
Kamera: 
Christian Kretzschmar
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