Video
(17) 18.03.2011 | Wissen | Video: 1:40 Min.

LTE in 100 Sekunden

Artikel drucken | per E-Mail versenden | auf Merkliste setzen

LTE wird gerne als Mobilfunknetz der 4. Generation (4G) bezeichnet. Dabei gibt es eigentlich noch einen zweiten Standard, der den Datenfunk deutlich beschleunigt: Wimax. Er kommt in den USA vielerorts bereits zum Einsatz. 4G-Handys für den US-Markt wie das HTC Evo funken deshalb häufig per „Worldwide Interoperability for Microwave Access”, kurz Wimax. Weil LTE – mit vollem Namen „Long Term Evolution” genannt – auf vorhandenen Funktechnologien wie UMTS, HSDPA und HSUPA aufbaut, räumen Experten der Technologie in Europa aber größere Chancen ein. Die heutigen Sende- und Empfangsanlagen für 3G-Handys lassen sich ohne großen Aufwand für den LTE-Betrieb umrüsten.

Mit LTE sollen zunächst Datenraten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde möglich sein. Das ist mehr als dreimal so schnell wie in den modernsten UMTS-Netzen (14,4 Mbit/s). In einem zweiten, späteren Ausbauschritt peilen die Netzbetreiber sogar 1 Gigabit pro Sekunde an – jedoch nur im stationären Betrieb, also mit einem Empfänger im Büro oder zu Hause. Unterwegs am mobilen Gerät sind Datenraten bis etwa 100 Mbit/s geplant. Allerdings befindet sich der dafür nötige erweiterte Standard „LTE Advanced” noch in der Abstimmung. Bis solch hohe Geschwindigkeiten erreicht werden, dürften noch einige Jahre vergehen.

Die drei Netzbetreiber Deutsche Telekom, Telefónica O₂ Germany und Vodafone haben 2010 mit dem Aufbau von LTE-Funkstationen begonnen. Pilotversuche laufen seither in mehreren Regionen Deutschlands. Derzeit können aber nur Vodafone-Kunden einen entsprechenden Vertrag abschließen und mit einem USB-Stick oder LTE-Router in versorgten Regionen surfen. Die Telekom will im April 2011 mit der Vermarktung beginnen, O₂ hat noch keinen Termin genannt. Interessenten können auf den Internet-Seiten aller drei Anbieter die Verfügbarkeit prüfen (siehe Artikel-Links unten).

Vor allem in ländlichen Regionen, die schlecht oder gar nicht mit DSL versorgt sind, kann LTE den Internet-Zugang dramatisch beschleunigen. Einen Unterschied zum Festnetz gibt es jedoch: Da die LTE-Angebote typische Mobilfunk-Verträge sind, existiert wie am Handy keine echte Flatrate. Der Anbieter drosselt nach Verbrauch eines bestimmten Datenvolumens das Übertragungstempo. Das kann – abhängig vom gebuchtem Paket – nach 30, 10 oder auch schon nach 5 Gigabyte der Fall sein. Zum Vergleich: Ein hochauflösender Spielfilm, bei iTunes gekauft und geladen, bringt es mit HD- und SD-Version alleine auf über 5 Gigabyte. Ist das Inklusiv-Volumen aufgebraucht, trödeln die Daten mit wenigen Hundert Kilobit pro Sekunde durch den Äther – langsamer als über einen 1000er DSL-Anschluss. Für exzessives Filesharing oder den Download vieler HD-Filme pro Monat ist das Turbo-Internet per Funk also weniger geeignet.

Autor: 
Frank-Oliver Grün
Kamera: 
Archiv, Hersteller
Noch kein Konto? Kostenlos registrieren
RSS Feed Icon © 2008 - 2014 DIGITAL-ROOM GmbH - Alle Rechte vorbehalten