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(40) 04.08.2010 | Test | Video: 5:11 Min.

Online-Videorecorder im Test

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Der Recorder zu Hause hat Konkurrenz bekommen: Online-Dienste, die TV-Programme im Kundenauftrag mitschneiden, wollen das Aufnahmegerät im Wohnzimmer ersetzen. Doch wie gut funktionieren Programmierung und Wiedergabe übers Internet tatsächlich?

DIGITAL-ROOM hat drei populäre Angebote getestet: Bong.tv, Save.tv und Shift.tv. Alle drei funktionieren nach demselben Prinzip: Der Kunde schließt einen Vertrag über 3, 6 oder 12 Monate Laufzeit ab. Save.tv bietet ein 14-tägiges kostenloses Testabo, das sich automatisch in einen kostenpflichtigen Vertrag umwandelt, wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird. Auch das reguläre Abo verlängert sich am Ende der Laufzeit jeweils von selbst.

Bong.tv lässt seine Nutzer sieben Tage lang gratis testen, sieht jedoch von Kündigungspflichten ab, es fallen ohne weiteres Zutun keine Folgekosten an. Dafür räumt sich der Anbieter Keep In Mind GmbH ziemlich weitreichende Rechte an den Nutzerdaten ein. Die Dateschutzbestimmung erlaubt den Versand von "Werbe-, Info- und Aktionsmaterial", auch von Dritten. Shift.tv hat einen zeitlich unbegrenzten Testzugang im Angebot, der wegen seiner geringen Aufnahmekapazität (2 Stunden) und einer Kindersicherung (keine Aufnahmen nach 20 Uhr) aber wenig interessant ist.

Preis und Leistungsumfang hängen vom gebuchten Paket ab. Je nach Aufnahmekapazität und Laufzeit des Vertrags betragen sie zwischen 5 und 15 Euro im Monat. Alle drei Anbieter haben zwei Varianten im Angebot, die sich im Speicherplatz unterscheiden. Bei Save.tv kommen im XL-Paket außerdem Funktionen wie ein Werbeblocker und die automatische Aufnahme von Serien hinzu. Bong.tv und Save.tv XL unterstützen zudem die mobile Wiedergabe auf iPhone oder iPad: Sendungen im Online-Speicher werden auf Wunsch ohne Umweg über den PC direkt auf das mobile Gerät gestreamt.

Das Test-Team hat mehrere Monate Erfahrungen mit den Online-Recordern gesammelt und dabei auch die eine oder andere Überraschung erlebt. Das Video fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt unter anderem, wie gut die Bildqualität der aufgezeichneten TV-Programme ist.

Grundsätzlich sollte jeder Nutzer wissen, dass Online-Recorder rechtlich umstritten sind. Einige Privatsender gehen seit Jahren juristisch gegen Internet-Mitschnitte vor. Ein abschließendes Urteil steht bislang noch aus. Wenn sich die rechtliche Situation ändert, kann sich der Funktionsumfang verringern, die Senderauswahl ändern – oder ein Angebot auch ganz den Dienst einstellen. Darüber sollte sich jeder im Klaren sein, der einen längerfristigen Vertrag abschließt. Denn: Die Abo-Gebühr muss bei allen drei Anbietern für die komplette Laufzeit im voraus entrichtet werden.

Update 7.8.2010: Mitschnitte von RTL-Sendungen sind mit Save.tv inzwischen nicht mehr möglich. Wegen eines Rechtsstreits mit dem Privatsender hat Save.tv die Aufnahme-Funktion für diesen Kanal bis auf weiteres deaktiviert. Mit Bong.tv sind RTL-Aufnahmen weiterhin möglich.

Update 22.4.2011: Nun hat es auch Bong.TV erwischt: Wegen einer richterlichen Verfügung vom 4.2.2011 sah man sich gezwungen, RTL ebenfalls aus dem Programm zu nehmen – um nicht den Betrieb von „Bong.TV im Ganzen zu gefährden”. Sendungen von RTL lassen sich nun mit keinem der drei getesteten Online-Videorecorder mehr aufnehmen.

Autor: 
Frank-Oliver Grün
Kamera: 
Kristijan Arbanas
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