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(6) 20.11.2010 | Test | Video: 3:29 Min.

Oyo: Das E-Book von Thalia

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Die Buchhandels-Gruppe Thalia hat ihren ersten eigenen E-Book-Reader präsentiert. Bislang vor allem als Lieferant elektronischer Bücher für andere aktiv, will Thalia das Download-Geschäft nun mit eigenen Lesegeräten ankurbeln. Der erste Vertreter dieser Gattung heißt Oyo, kostet rund 140 Euro und wählt sich per WLAN direkt in den Buch-Shop von Thalia.de ein. Das Produkt wurde gemeinsam mit PC-Hersteller Medion entwickelt und soll demnächst einen Bruder mit 3G-Modul bekommen. Dann kann Oyo sich auch außerhalb von Hotspots und Thalia-Buchläden per Mobilfunk-Netz neuen Lesestoff besorgen. Ein Konzept, das Amazon in seinen Kindle-Modellen bereits seit längerem verfolgt.

DIGITAL-ROOM hat die WLAN-Version getestet. Sie besitzt 2 GB internes Flash-Memory, die sich per MicroSD-Karte auf bis zu 32 Gigabyte erweitern lassen. Die Seiten werden auf einem 6-Zoll-Display (152 mm Bildschirmdiagonale) mit 16 Graustufen dargestellt. Der Bildschirm hat eine Auflösung von 800 x 600 Pixel und ist als Touchscreen ausgelegt. Das heißt: Zum Umblättern genügt ein Wischen über den Bildschirm. Eine Ladung des Lithium-Ionen Akkus reicht laut Hersteller bis zu zwei Wochen im Stand-by oder für annähernd 8000 Seitenwechsel. Wir haben das aus Zeitgründen nicht ausprobiert, die Erfahrung mit anderen E-Book-Readern zeigt jedoch, dass die Stromversorgung in der Regel kein Problem darstellt. Die Anzeige mit Elektronischer Tinte, auch E-Ink genannt, benötigt nur dann Energie, wenn eine Seite neu aufgebaut werden soll. Lediglich den WLAN-Funk sollte man bei Nichtgebrauch im Menü deaktivieren, weil er viel Strom zieht.

Zur Synchronisation der gekauften Bücher mit einem Computer dient wie beim Sony-Reader die Software Adobe Digital Editions. Kopiergeschützte E-Books, wie sie auch Thalia.de vertreibt, lassen sich damit auf mehreren Computern oder Readern nutzen. In der Regel sind das 5 Lesegeräte, die alle mit demselben Benutzernamen und Passwort in Digital Editions registriert sein müssen. Diese Einschränkung ist allerdings keine Eigenheit des Oyo, sondern trifft alle Geräte, die E-Books mit Adobe-Rechtemanagement anzeigen wollen.

Eigentlicher Schwachpunkt des Oyo ist sein kontrastarmes Display, das Texte nicht schwarz auf weiß darstellt, sondern eher dunkelgrau auf hellgrau. Auch die Umblätterzeiten liegen für ein E-Ink-Display nur auf durchschnittlichem Niveau. Wie gut der Thalia-Reader ansonsten funktioniert, und ob das Lesen mit Oyo Spaß macht, zeigt das Test-Video oben auf dieser Seite.

Autor: 
Reinhard Otter
Kamera: 
Kristijan Arbanas
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