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(110) 23.07.2011 | Praxis | Video: 4:07 Min.

Satelliten-Anlage richtig montieren

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Über keinen anderen Empfangsweg ist die Programmvielfalt größer als über Satellit. Viele schrecken jedoch vor der Installation der Sat-Anlage zurück und sind sich unsicher, welche Komponenten für diese Art des TV-Empfangs erforderlich sind. DIGITAL-ROOM zeigt im Video Schritt für Schritt, wie die Schüssel ausgerichtet wird – und zeigt, was sonst zu beachten ist.

Voraussetzung für die Montage ist ein optimaler Standort für die Parabolantenne. Das muss nicht immer das Dach sein. Am Balkon oder unter Vorsprüngen an der Hauswand ist die Schüssel oft besser vor Regen und Schnee geschützt – und man kommt später besser heran, wenn es etwas zu reparieren gibt. Auch die Höhe des Montageorts spielt beim Sat-Empfang keine Rolle. Hauptsache, die Schüssel hat freie Sicht zur Orbitalposition des Satelliten. In den meisten Fällen dürfte das 19,2° östlicher Länge sein. In dieser Richtung hat Astra seine Satelliten mit den meisten deutschen Programmen am Himmel positioniert.

Von Deutschland aus ist das südlich, weshalb die Schüssel freien Blick nach Süden haben muss. Ein gutes Hilfsmittel ist die britische Webseite dishpointer.com. Sie benutzt Google Earth, um die optimale Ausrichtung der Satelliten-Schüssel auf einer Landkarte anzuzeigen. Man muss lediglich seinen Standort eingeben und den gewünschten Satelliten wählen. Dann informiert Dishpointer auch gleich über den nötigen Neigewinkel. Weniger bildhaft, dafür mit deutscher Anleitung, lassen sich die Angaben für Elevation (Kippwinkel) und Azimuth (Drehwinkel) auch auf der Webseite satzentrale.de ermitteln.

Anschlusskabel gibt es fertig konfektioniert im Fachhandel. Wer besondere Maße benötigt, kann Koaxialkabel aber auch selbst zurecht schneiden und mit den nötigen F-Steckern versehen. Wichtig dabei: Es gibt unterschiedlich dicke Strippen und der Stecker muss exakt dazu passen. Das sogenannte Schirmungsmaß des Kabels sollte über 100 Dezibel liegen, die Dämpfung nicht mehr als 28 Dezibel betragen. Kabellängen von bis zu 30 Metern sind in der Regel kein Problem. Für größere Distanzen gibt es Signalverstärker, die dazwischen geschaltet werden. Praktische Werkzeuge ab etwa 10 Euro helfen beim Abisolieren des Kabels, indem sie den Innenleiter ganz alleine freilegen. Je nach Ausführung werden die F-Stecker anschließend aufgeschraubt oder aufgepresst (Push-On-F-Stecker). Online-Shops wie conrad.de oder Sat-Hersteller wie Kathrein haben auch komplette Installations-Sets mit Kompressionszange und Steckern im Programm – zu Preisen von teilweise über 100 Euro (siehe Artikel-Links unten). So eine teure Anschaffung lohnt allerings nur, wenn man mehr als eine Satelliten-Leitung verlegen möchte.

Nach der Verkabelung richtigen Sie die Satelliten-Antenne grob aus. Wie das genau geht, zeigt unser Video in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung. Danach rufen Sie das Setup-Menü Ihres Receivers oder Fernsehers auf, der mit dem LNB (Low Noise Block Converter) an der Satelliten-Schüssel verbunden ist. Wählen Sie im Bildschirmmenü den angepeilten Satelliten sowie den korrekten LNB-Typ und schalten Sie die DiSEqC-Funktion (Digital Satellite Equipment Control, sprich: Daisäk) ab. Sie wird nur benötig, wenn zwischen mehreren LNBs an der Schüssel umgeschaltet werden soll. Die Anzeige der Signalstärke- und -qualität sollte jetzt bereits erste Ausschläge zeigen. Wenn ein Helfer an der Schüssel die Parabolantenne langsam dreht oder neigt, verändern sich diese Werte. Der Signalbalken reagiert dabei immer mit leichter Verzögerung, weshalb man hektische Bewegungen vermeiden sollte. Ein Wert von 75 Prozent oder mehr auf der Pegelskala ist optimal. Je höher die Prozentzahl oder der Dezibelwert, desto mehr Leistungsreserven haben Sie, etwa bei Regen, Schnee und starkem Wind.

Autor: 
Jochen Wieloch
Kamera: 
Max Colin Heydenreich, Archiv
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