Fast alle Smart-TVs mit Onlinefunktionen zeigen auch YouTube-Videos. Mit dem neuen YouTube Leanback klappt das besonders bequem.
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Vor drei Jahren stellte Panasonic als einer der ersten Hersteller auf der IFA – fast etwas verschämt – in einer kleinen Kabine seinen TV-Onlinedienst „Viera Cast” vor. Der sollte Internet-Inhalte ausgewählter Anbieter auf Flat-TVs des Herstellers bringen. Ein halbes Jahr später war es dann soweit: Erste Plasma-Fernseher mit Netzwerkanschluss und Viera Cast waren zu kaufen. Kurze Zeit später startete Philips mit Net TV, dann ging es Schlag auf Schlag: Sony bietet heute Internet-Video auf seinen Bravia-TVs, bei Samsung hört das Online-Hauptmenü auf den Namen „Smart Hub”. Technisat bietet Set-Top-Boxen mit „ISIO”-Internetanschluss und der Karlsruher Anbieter VideoWeb macht den Namen zum Programm und stattet seine TV-Boxen mit einem Hauptmenü im App-Stil aus. Loewe Medianet, Humax TV-Portal, Toshiba Places – die Liste der Onlineportale von TV- und Boxen-Herstellern lässt sich schier unendlich fortsetzen.
Die Kunst der Unterscheidung liegt aber weniger in den Namen der TV-Portale als in Umfang und Qualität ihrer Offerten. Denn hier hat der Hersteller erst einmal freie Hand. Neben TV-Klassikern wie den TV-Mediatheken von ARD, ZDF und Konsorten gibt es in den meisten Onlineangeboten auch kostenpflichtige Online-Videotheken, einen Zugang zum Internet-Filmportal YouTube und zu Fotodiensten wie Flickr oder Picasa. Einige Hersteller haben Onlinespiele auf Lager, andere setzen eher auf Information und zeigen TV-freundlich dargestellte News-Seiten von Bild.de, kicker.de und anderen Medienhäusern. Außerdem gibt es Zugang zu Netzwerkdiensten wie Facebook oder Twitter, so dass man sich auch während des Tatorts am Sonntagabend mit Freunden über Verdächtige oder das vergangenen Wochenende austauschen kann.
Etwas vergessen? Sicher! Das Angebot aktueller Smart-TV-Menüs wuchs in den letzten Monaten rapide und so mussten sich die Hersteller Gedanken über eine Ordnung in ihren Smart-Hubs, Places und Medianets machen. Die Lösung: Apps sind jetzt der letzte Schrei in Sachen Smart-TV. Der Nutzer kann bei vielen neuen TVs selbst auswählen, welche der möglichen Angebote er auf seinem TV installiert – und welche nicht. Die Menügestaltung passt zum Namen: Auch auf TV-Geräten sind es immer häufiger grafisch gestaltete Kacheln, die einzelne Onlinenanwendungen im Menü symbolisieren. Samsung etwa hat sogar einen Appstore, in dem nach eigenen Angaben über 80 Apps auf Download warten. Ganz so unübersichtlich wie bei den großen Brüdern von Android oder iTunes mit ihren kleinen Geräten geht es also noch nicht zu, aber auf dem Flat-TV stehen Apps ja noch ganz am Anfang.
Während bei den Onlineportalen jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kocht und Konkurrenz die Innovationszyklen augenscheinlich beschleunigt, versuchen TV-Sender, Gerätehersteller und Betreiber von Wesbeiten daneben mit dem Übertragungsstandard HbbTV ein gemeinsames Grundgerüst für Onlineinhalte zu schaffen – eine Art Videotext 2.0 (siehe Video unten). Auch das ist ein Teil des Smart-TV-Trends, zumal sich viele Angebote, die Hersteller in Form von bunten Apps in ihren Portalen anpreisen, auch auf den HbbTV-Seiten des jeweiligen Senders findet. Man muss nur lange genug suchen – oder sich auskennen.
Genau das ist das aktuelle Bild von Smart-TV: Die Hersteller versuchen, mit prall gefüllten Menüs voller Apps, Mediatheken, Videotheken, Spielen, Nachrichtendiensten und Gadgets die Zuschauer für Smart-TV-Inhalte zu begeistern. Doch die finden sich oft gar nicht in der Online-Vielfalt zurecht. Und niemand weiß bislang so richtig, welche Dienste wie gut ankommen. Es ist also an den Zuschauern, über das Wohl oder Wehe von Smart-TV-Diensten abzustimmen – mit der Fernbedienung.
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