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(39) 02.03.2011 | Praxis | Video: 3:53 Min.

So kommt das Internet zum Fernseher

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Früher reichten Strom- und Antennenanschluss hinterm Fernseher. Inzwischen haben viele TV-Geräte aber auch eine Ethernet-Buchse. Wer zusätzlich noch eine Spielkonsole wie die Playstation 3 oder die Xbox 360 besitzt, braucht schon zwei Netzwerk-Kabel im Wohnzimmer. Mit Empfangsboxen für Video-on-Demand oder IPTV kommen weitere hinzu. Niemand will so viele Strippen vom Router ins Wohnzimmer ziehen; schon gar nicht, wenn dazu Löcher in Wände gebohrt oder Stockwerke überwunden werden müssen. Deshalb gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, den Internet-Anschluss kabellos in der Wohnung zu verteilen.

Die nächstliegende Lösung heißt Wireless LAN (WLAN). Anders als mobile Computer oder Smartphones haben Fernseher den Datenfunk aber in der Regel nicht eingebaut. Marken wie Philips, Samsung oder Toshiba bieten als Zubehör USB-Sticks an, die ihre Hybrid-TVs WLAN-fähig machen. Ein WLAN-Adapter wie der Netgear WNCE2001 lässt sich allerdings mit jedem Netzwerk-Gerät verwenden, nicht nur mit Produkten bestimmter Hersteller. Er wird ganz einfach per LAN-Kabel mit der Ethernet-Buchse verbunden.

Vor der Anschaffung eines solchen WLAN-Adapters gilt es einige Fragen zu klären. Die wichtigste: Ist das heimische Funknetz schnell genug für TV-Anwendungen? Wenn der Router schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat und nur die langsamen WLAN-Standards 802.11b und g unterstützt, reicht die Datenrate im Wohnzimmer für Video-Streaming eventuell nicht aus. HD-Videos laufen ohnehin nur mit dem modernsten Standard 80211.n flüssig. Aber auch wenn Router und Adapter diese neueste WLAN-Version beherrschen, ist nicht gesagt, dass sie sich gleich verstehen. Im Standard 802.11n sind zwei Funkfrequenzen vorgesehen: 2,4 Gigahertz und 5 GHz. Der Netgear WNCE2001 arbeitet nur im 2,4-GHz-Band. Wer seinen Router auf 5 GHz betreibt, um die Funkstörungen im überfüllten 2,4-GHz-Band zu umgehen, kann dann keine Verbindung herstellen. Er muss den WLAN-Funk am Router erst umstellen.

WLAN-Adapter, die ihren Strom über eine USB-Buchsen am versorgten Gerät beziehen, brauchen beim Einschalten außerdem einige gewissen Zeit, ehe die Funkverbindung steht. Fernseher oder Spielkonsolen, die sofort nach einem Netzwerk-Signal an ihrer Ethernet-Buchse suchen, irritiert das. Sie stellen zunächst fest, dass keine Internet-Verbindung besteht. Die Playstation 3 etwa meldet sich deshalb nicht automatisch am Online-Dienst Playstation Network an. Der Nutzer muss die Anmeldung nach dem Einschalten von Hand erledigen.

Powerline-Adapter für die Steckdose, wie sie Devolo aber auch Netgear, Zyxel und andere Hersteller anbieten, stellen die Internet-Verbindung sofort her. Zu Verzögerungen kann es lediglich kommen, wenn die Steckdosen-Adapter bei Nichtgebrauch in einen Ruhezustand fallen, um Energie zu sparen. Die Netzwerk-Verbindung übers Stromnetz hat außerdem den Vorteil, dass sie problemlos durch Betonwände geht. WLAN hat in massiven Gebäuden mit schnell sinkenden Datenraten zu kämpfen. Je weiter der Router vom Zielort Wohnzimmer entfernt steht, desto langsamer wird die Übertragung.

Zwar erreichen Powerline-Adapter nie den aufgedruckten Wert von 200 Megabit pro Sekunde oder mehr. Dabei handelt es sich im theoretische Datenraten, die in der Praxis durch Übertragungsprotokolle und die Qualität der Stromleitung gemindert werden. Doch für den TV-Anschluss reicht die Geschwindigkeit eines dLAN 200 AV von Devolo oder anderen 200-Mbps-Adapters allemal. Die 500-Mbps-Klasse soll künftig sogar 3D-Videos in HD-Qualität schaffen.

DIGITAL-ROOM meint: Nicht jede Netzwerk-Technik eignet sich überall gleich gut. Manche Wohnungen sind für WLAN-Übertragung schlecht geeignet, in älteren Häusern sind die Stromleitungen eventuell so ungünstig verlegt, dass Powerline nur langsam funktioniert. Am besten, man probiert die Lösung seiner Wahl vor dem Kauf aus. Oder vereinbart ein Umtauschrecht, für den Fall, dass die Technik nicht wie gewünscht funktioniert. Zur Vorab-Information empfehlen wir außerdem unsere Netzwerk-Videos – siehe unten auf dieser Seite.

Autor: 
Jochen Wieloch / fog
Kamera: 
Max Colin Heydenreich
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